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Die frühen (deutschen) Phantasten - Gustav Meyrink

Die frühen (deutschen) PhantastenGustav Meyrink

Die Begriffe Science Fiction und Phantasik sind heute im allgemeinen Sprachgebrauch keine unbekannten Wörter mehr. Doch irgendwann sind diese Literaturgattungen ja zum ersten Mal aufgetaucht.  Wir wollen auf die Pioniere der deutschsprachigen Phantastik blicken, damals als SF noch Zukunftsroman hieß.                  

Den Anfang macht heute Gustav Meyrink  (geb. Meyer)

Gustav MeyrinckGustav Meyrink wurde am 19. Januar 1868 als unehelicher Sohn des Carl Freiherr von Varnbüler und der Hofschauspielerin Maria Meyer geboren.

Seine akademische Ausbildung beinhaltete den Besuch des Münchner Wilhelms – Gymnasium, des Hamburger Johanneum später, im Jahr 1883 machte er in Prag sein Abitur.

Dort gründeten dann Meyrink und sein Neffe Christian Morgenstern das private Bankhaus Meyer & Morgenstern. Dies führte Ihn in Kreise der gehobenen Gesellschaft ein und für einige Zeit lebte er als Dandy und Lebemann.

Er war Mitglied in zahlreichen Orden und Logen z.B. der Freimaurer und Rosenkreuzer. Unterhielt aber auch Kontakte zu Angehörigen verschiedener geistiger Schulen wie dem Mystiker Alois Mailänder, dem Prager Okkultisten Karl Weinfurter und Rudolf Steiner.

Meyrink studierte zu der Zeit alle Bücher und Schriften über Magie, Alchemie, Okkultismus derer er habhaft werden konnte. Er fand allerdings nichts in jenen Büchern dass ihm die Einsicht zum wahren geistigen Reich geben konnte. Dafür erkannte er langsam seine Berufung zum Schriftsteller.

1891 war er Mitbegründer der Loge Zum blauen Stern in Prag.


Um 1900 brach bei Ihm eine Rückenmarkserkrankung welche ihn lange Jahre plagen sollte.

1901 gelang Ihm die erste professionelle Publikation (Der heiße Soldat) im Münchner Simpliciccimus.

Wegen des Bankrottes des Bankhauses für welches er mittlerweile als Alleininhaber zeichnete kam er 1802 in Untersuchungshaft. Das folgende Betrugsverfahren endete zwar mit einem Freispruch, jedoch war die Reputation verloren und Prag damit verbrannte Erde.

Meyrink zog nach Wien und übernahm die Redaktion der Satirezeitschrift Lieber Augustin.

In jener Zeit des Spiritismus war Meyrink stets ein aufmerksamer Beobachter der mehrfach bei Sitzungen bemerkte das mit Tricks und Täuschungen gearbeitet wurde um Kontakte ins Jenseits zu vermitteln. Es gab auch auch andere Fälle in denen Er bezeugte »Ich wurde Augenzeuge derart krasser mediumistisch-physikalischer Vorgänge in einem Spukhaus in Levico, dass kein Zweifel mehr für mich bestehen konnte: es gibt, wenn auch sicher sehr selten, Phänomene, die alles, was die Wissenschaft über die Gesetze des Stoffes zu wissen vermeint, sozusagen auf den Kopf stellen.«

1904 verstärkte sich sein Rückenmarkleiden derart, dass die Ärzte keine Hoffnung auf Genesung hatten. Zu aller Erstaunen jedoch gesundete Meyrink binnen eines Jahres. Seine Heilung führte er selbst auf seine Yoga Übungen zurück.

Meyrink zog 1908 nach München wo er als Übersetzer einiger Werke von Charles Dickens fungierte. In Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Roda Roda entstanden einige komödiantische Werke wie Bubi, und Die Sklavin von Rhodus welche 1912 ihre Uraufführung hatten. Zudem entstand das Lustspiel Der Sanitätsrat.

Ab 1911 lebte Meyrink in Starnberg welches bis zu seinem Tod auch sein Domizil blieb.

1915 erschien sein erfolgreichster Roman Der Golem, mit dessen Vorarbeiten er bereits 1907 in München begonnen hatte. 1916 erschienen Fledermäuse und Das grüne Gesicht im folgenden Jahr kam sein Roman Walpurgisnacht heraus. 1921 veröffentlichte er Der weiße Dominikaner. Aus dem Tagebuch eines Unsichtbaren. Ausserdem gab er bis 1924 die Reihe Romane und Bücher der Magie heraus. 1922 gab er die Hexengeschichten von Ludwig Bechstein heraus, ein Jahr später publizierte er den Aufsatz An der Grenze des Jenseits.

Der Roman Der Engel vom westlichen Fenster ,welcher sich mit dem britischen Magier John Dee beschäftigt, erschien 1926. Zu der Zeit übersetzte Meyrink den Roman Dunkles Indien von Rudyard Kipling, sowie Meine ersten 2000 Jahre. Biographie des ewigen Juden von George Sylvester Viereck.

1928 kam es zum Verkauf des Hauses in Starnberg, wo Meyrink seit 1920 gewohnt hatte. 1929 wurde seine Übersetzung von Ludwig Lewisohns Roman Das Erbe im Blut veröffentlicht.

Am 4. Dezember 1932 starb Meyrink in Starnberg und wurde drei Tage später auf dem Friedhof des Ortes beerdigt.

Kommentare  

#1 AARN MUNRO 2018-09-24 09:19
Seine Adaption des Golem-Mythos war so intensiv, denke ich, dass die meisten späteren Bücher und Filme sich auf sein Buch stützten Ich habe drei Ausgaben davon.Eine davon aus den zwanzigern mit sehr schöner Sütterlin.
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#2 DarkDancer 2018-09-24 09:47
Die Filme von Paul Wegener gründen sich nicht auf Meyrink's Golem,sondern vielmehr auf die jüdische Golem Sage an sich.
Erst 1979 gab es eine Golem Verfilmung von
Piotr Szulkin.
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#3 R. Windeler 2018-09-24 11:09
Bitte den Zahlendreher im Geburtsjahr beheben.

Harantor sagt: ist korrigiert
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