Heftromane in Comics - John Sinclair: Die Nacht des Hexers
Heftromane in Comics
John Sinclair
Band 1: Die Nacht des Hexers
John Sinclair ist Inspektor bei Scotland Yard und hat soeben den Fall um einen Messermörder gelöst. Mit seinem Freund Bill Conolly feiert er den Erfolg bei einem Bier. Als er den Pub verlässt, trifft er auf die mysteriöse Vera Monössy, die ihn als den Sohn des Lichts bezeichnet und ihm ein Kreuz in die Hand drücken will. Sinclair gibt dem keine Bedeutung und geht seines Weges.
Am nächsten Tag beordert ihn sein Chef Sir James Powell in die Kleinstadt Middlesburry. Die Einwohner sind wegen zweier Morde und einiger verschwundener Leichen in Angst und Schrecken versetzt.
Dort trifft er auf die Reportin Ann Baxter, die in den Vorfällen eine große Story wittert. Ihre Recherchen führen sie auf ein nahegelegenes Schloss, auf dem der unheimliche Iwan Orgow residiert. Und tatsächlich ist Orgow für die Morde verantwortlich. Er kann Tote wieder zum Leben erwecken und hofft so, in die Gunst von Asmodis zu gelangen.
Sinclair findet ebenfalls seinen Weg zum Schloss und trifft wiederholt auf die alte Monössy, die ihm nun das Kreuz in die Hand drückt.
Als Sinclair das Schloss erreicht bricht förmlich die Hölle los. Orgow entlässt seine Armee der Untoten. Ann Baxter hat er ebenfalls gewandelt und auch Veta Monössy bringt er um.
Das Heer der Untoten stürmt auf Middlesbury und mit dem örtlichen Polizisten nimmt Sinclair den Kampf auf. Dabei kommt ihm das Kreuz zugute, denn es hat eine vernichtende Wirkung auf die Untoten. Schließlich kommt ihnen noch das Militär zur Hilfe, das er über Sir James aktiviert hat.
Es gelingt ihnen, die Zombiearmee zu besiegen. Orgow entzieht sich durch das Schlucken einer Giftkapsel der Festnahme.
Die vorliegende Comicgeschichte ist bereits die dritte Adaption eines Romanes der John-Sinclair-Heftromanserie. Die Erstveröffentlichung erfolgt wiederum in der langlebigsten Comicreihe des Bastei Verlages, den Gespenster Geschichten. Im Jahr 2004 erscheint „Die Nacht des Hexers“ in fünf Teilen in den Nummern 1528 – 1532. Kurz darauf wird der Comic komplett als Album Nummer 1 einer eigenen Sinclair-Comicreihe veröffentlicht.
Bei den ersten beiden Adaptionen wurden Romane mit fortgeschrittenen Nummern ausgesucht. Für diese eigene Sinclair-Comicreihe wird mit der ersten Ausgabe begonnen. „Die Nacht des Hexers“ ist die erste Ausgabe der Heftromanserie Gespenster Krimi und sie ist außerdem die erste Geschichte mit dem Titelhelden John Sinclair, die Helmut Rellergerd 1973 unter seinem Pseudonym Jason Dark veröffentlicht.
Zu Beginn ist John noch nicht der Geisterjäger, zu dem er sich entwickeln wird. Er ist ein gewöhnlicher Polizist bei Scotland Yard, der sich um Kriminalfälle kümmert, die keine übernatürliche Ursache haben.
Als Vera Monössy ihm das Kreuz überreichen will, nimmt er sie zunächst nicht ganz ernst. Auch bei der zweiten Begegnung versucht er der Frau aus dem Weg zu gehen, die ihm das Kleinod einfach in die Manteltasche steckt.
Autor Josef Rother erzählt nicht einfach nur dem Comic zugrunde liegenden Heftroman nach. Er fügt mit der Übergabe des Kreuzes durch Vera Monössy eine Sequenz ein, die in der Sinclair-Serie erst Jahre später erzählt wird, nämlich in der Nummer 33, dem ersten Teil der ersten Vampirtrilogie mit dem Titel „Der Pfähler“.
Der Leser erfährt so gleich im ersten Teil, dass John der Sohn des Lichts ist und wie er in Besitz seiner wichtigsten Waffen gekommen ist, des Kreuzes. Neuleser können sich gut dem Sinclair-Kosmos nähern, ohne die Heftvorlage zu kennen. Es ist überhaupt gut möglich, schnell in die Geschichte einzusteigen, denn sie erzählt einen geradlinigen Zombie-Actioner. Die Comicreihe wird auf Vorlagen aus den Anfangstagen des Geisterjägers zurückgreifen, die noch im Gespenster Krimi erschienen sind. Diese Geschichten sind in Regel kleinere Gruselactioner, die sich gut in eine Comicgeschichte adaptieren lassen. Der Faktor an Übernatürlichem ist noch nicht ganz so ausgeprägt, wie er es in den folgenden Jahren sein wird.
02/2025