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Eine Zeitreise soll phantastisch sein - »Die Zeitmaschine«

Die ZeitmaschineEine Zeitreise soll phantastisch sein
»Die Zeitmaschine«

Mit Hilfe einer Zeitmaschine reiste in junger englischer Wissenschaftler aus dem Jahre 1899 ins achthunderste Jahrtausend!

Dort stößt er auf die friedliche Zivilisation der Eloi, die von den grausamen Kannibalen vom Volk der Morlock tyrannisiert werden. Unter Führung des  Zeitreisenden kommt es zum Aufstand gegen die Unterdrücker. (1)

Die ZeitmaschineNatürlich soll eine Zeitreise auch phantastisch sein. Die Kleinen Trips in die Vergangenheit oder Zukunft in etlichen Filmen des Genres, sin eher kurze Ausflüge in eine Zeit um 20,30 oder 40 Jahre hin und zurück, nach vorne und nach hinten. Da Reisen in die Vergangenheit laut Albert Einstein physikalisch unmöglich sind, solche in die Zukunft aber unter bestimmten Voraussetzungen durchaus denkbar, geht es auch für den Protagonisten von Die Zeitmaschine nur in die Zukunft. Und wenn er zurück reist, dann nur bis in seine eigene Gegenwart. George, so der Name des Zeitreisenden in dem Film nach H.G. Wells Vorlage, reist zwar zunächst auch nur wenige Jahre in die Zukunft und muss erfahren wie drei Weltkriege die Welt zerstören. Da er in der unwirtlichen Umgebung keinen Grund für einen weiteren Halt sieht, reist er weiter und wird alsbald von einem Berg umschlossen. Es dauert Jahrtausende bis der Berg abgetragen ist. Aber George reist mit unglaublicher Geschwindigkeit in seiner Zeitmaschine voran bis ins 800. Jahrtausend. Das nenne ich mal eine Zeitreise. Und niemand wird uns eines Tages belehren, wie die Welt in dieser Zeit wirklich aussieht, was man mit Orwells 1984 noch machen konnte. Dieser hatte zwar nicht so sehr unrecht, er hat sich nur um wenige Jahre vertan.

Die ZeitmaschineInteressant ist nun was George in dieser fernen Zukunft erlebt. Die Welt, oder zumindest sein England ist eine Welt, in der die Menschen in der Sklaverei leben. In einem bestimmten Alter werden sie geschlachtet und gegessen - von den Morlocks. Den eigentlichen Herrschern. George schafft es die Eloi, so der Name der Menschengruppe, von dem Joch der Morlocks zu befreien. Dabei verliebt er sich in Weena. Doch ich will hier nicht zuweit vorgreifen, da vielen der Film sowieso ein Begriff ist. Er ist 1960 entstanden mit Rod Taylor in der Hauptrolle. Gleichwohl empfahl er sich damit gleichzeitig für Hitchcocks Die Vögel, in welchem er ein Jahr später mitwirkte.

Der Film ist durchaus mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Die deutsche Synchronisation wirkt stellenweise sogar albern. Peer Schmidt ist als Synchronstimme von Taylor unpassend, wie ich finde und seine Erzählungen und Betonungen sind überzeichnet. Natürlich ist vieles auch nicht ganz logisch. Denn Weena spricht einfach die Sprache von George, sie kennt viele Begriffe nicht, weiß aber was Zukunft und Vergangenheit ist.

Die ZeitmaschineEin SF-Moment sind auch die sprechenden Ringe, eingebaut um den Zeitsprung zu erklären und wie es zu der neuen Zivilisation kam. Das Volk der Eloi wirkt dabei wie Vieh, dass mit Früchten gefüttert wird, während die Morlocks am Ende ihr Fleisch fressen. Das kann man durchaus als Seitenhieb auf die Mensch-Tier-Beziehung der Gegenwart sehen. Ebenso wie man Seitenhiebe auf den Staat ebenso erkennt.

Auch in BD ist Die Zeitmaschine ein ansehnlicher Film. Die Special-Effekts erhielten einen Oscar.

»Die Zeitmaschine«
mit Rod Taylor, Alan Young, Yvette Mimieux, Sebastian Cabot, Tom Helmore, Whit Bissell, Doris Lloyd, Bob Barran, Paul Frees, Josephine Powell
Regie : George Pal
Spieldauer: 99 min

USA 1960

(1) = Text BD

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-02-20 13:31
Kann man immer wieder ansehen - und gefällt mir immer noch besser als das Remake aus den 2000ern. Im Zuge der 70er-SF-Welle plante Pal ja auch eine Fortsetzung mit dem Titel "Return of the Time Machine" - aber sein plötzlicher Tod verhinderte das - und die Idee wurde mit ihm begraben.
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#2 Laurin 2020-02-20 13:47
Habe mir diesen Klassiker schon so oft reingezogen und sehe ihn trotzdem immer wieder gerne. Das Remake habe ich zwar seit damals auch auf DVD, hatte ihn aber bisher auch nur ein einziges mal in den Player geschoben, und dann bis jetzt nie wieder. Dabei will ich das Remake nun hier nicht als schlecht gemacht bezeichnen, aber dieses phantastische Flair des Films von 1960 geht dem Remake irgendwie völlig ab.
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#3 Walter-Jörg Langbein 2020-02-20 19:53
Die alten SF-Filme sind etwas ganz Besonderes, ob Zeitmaschine oder Schrumpfender Mann. Sie sind auf wunderbare Weise plüschig und liebevoll gemacht. Ich weiß nicht wirklich warum, aber sie haben das ganz besondere Etwas. Ich schaue mir die Originale auch immer wieder an, die Remakes weniger oft.
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#4 Friedhelm 2020-02-20 23:53
@Walter-Jörg Lagbein: mit dieser Meinung stehst du (hier) nicht alleine da. Ein Grund dafür, dass die alten Movies immer noch gefallen, mag auch sein, dass man neben den Geschichten auch versucht hat, möglichst gut aussehende Effekte zu bieten. Und das war zu jenen Zeiten ja nicht unbedingt einfach, da die digitale Revolution noch in sehr weiter Ferne lag und Handmade-FX damals zuweilen deshalb auch einen herrlich trashigen Charme boten. Aber mancheiner (dazu gehöre ich auch..) schaut sich diese Filme gerade deswegen an. Mal ehrlich, ein heutiger phantastischer Kracher sieht doch einfach viel zu glatt gebügelt aus - das wird's schnell langweilig. ;-)
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#5 AARN MUNRO 2020-02-25 09:30
Es gibt ja auch das ebenfalls inzwischen klassische Buch: "Die Rückkehr der Zeitmaschine" von Egon Friedell, ebenso wie das Original von H.G. Wells bei Rowohlt erschienen.Das wäre durchaus eine Verfilmung wert.Ganz zu schweigen von den modernen SF-Fortsetzungen. Ich stimme aber zu, dass der alte Film dem Originalbuch am nahesten kommt und am dichtesten in der Handlung liegt.
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