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Lebenserfahrung und Unsterblichkeit - Die Irrtümer von Autoren und Arkoniden

1Lebenserfahrung und Unsterblichkeit
Die Irrtümer von Autoren und  Arkoniden

Es geht hier um den zunächst angeblich zehntausend Jahre alten Arkoniden Atlan. In den ersten Bänden, so etwa Eins bis Tausend, lesen wir immer wieder von dem angeblich zehntausendjährigen Leben des Atlan da Gonozal.

(Später wird er von Rainer Castor in einer Miniserie auf einer arkonidischen Kolonialwelt noch einmal solange in den Tiefschlaf geschickt.)

Und darum geht es auch: Tiefschlaf. Geht man nach den Zeitabenteuern von Hand Kneifel, so wurde Atlan von ES etwa alle hundert Jahre für etwa drei Jahre geweckt. Das macht mit simpler arithmetischer Durchrechnung dreihundert aktiv erfahrene Lebensjahre, bis er endgültig mit Band Fünfzig erwacht: „Der Einsame der Zeit“ … und von da an als Perrys Pendant in der Serie eine der  großen Hauptrollen spielen wird.

Ich muss jetzt dazu sagen, dass ich die Atlantis-Romane der Atlanserie, als die Reihe in Richtung Fantasy abzudriften begann, nicht mehr gelesen hatte. Insofern weiß ich jetzt nicht, inwieweit noch weitere Lebensabschnitte hinzukamen. Hier kann vielleicht der eine oder andere Leser dieser Kolumne darauf verweisen.

Die frühen Autoren reden also immer wieder vereinfacht von dem „Zehntausendjährigen“ Atlan, der er ja nicht ist. Er ist beim Aufwachen ein Dreihundertjähriger plus die Lebenszeit, die der junge Kristallprinz und Flottenadmiral bereits vor seiner Ankunft auf Larsaf III erlebt hatte.Selbst Kurt Mahr, von dem man als Physiker doch annehmen kann, dass er rechnen konnte, korrigiert diesen Irrtum nicht, verwendet Atlan allerdings auch relativ selten in seinen Romanen.

Atlan selbst wird von den Schreibern oft das Gleiche aktiv  in den Mund gelegt, wenn er etwa in wörtlicher Rede von seiner „zehntausendjährigern Erfahrung“  spricht. Hier wird weder nachgerechnt noch korrigiert. Das finden wir sehr stark bei K.H. Scheer … aber auch bein anderen Autoren der frühen Schreibzeit (Band 1-1000).

Betrachten wir die Zeitläufte, in denen Rhodan und Atlan bereits aktiv sind, so nivelliert sich die kosmische Erfahrung sowieso heraus. Nach über dreitausend Jahren erst altterranischer Zeitrechnung, dann neuer galaktischer Zeitrechnung (NGZ), unterscheidet sich die Lebenserfahrung des Atlan kaum noch vom Perry, allenfalls um die  zehn Prozent, die der Beuteterraner an seinem regelmäßigen Umgang mit den Barbaren voraus hat.Ob nun der Eine dreitausend Jahre und der andere dreitausendreihundert auf dem Buckel hat, ist unwesentlich.

Vorausgesetzt wurde allerdings hier, dass Atlan auf der Kolonialwelt der Miniserie durchschlief und nicht ebenfalls regelmäßig geweckt wurde. Aber warum sollte er? Hier wirkte ja kein ES mit, keine Superintelligenz, die ihn so dringend benötigte, um für höhere Planungen  einen wichtigen Planeten zu beschützen..Die Arkoniden hätten ihre Krisen auch ohne ihn meistern können.

Dieses Phänomen des   angeblich   zehntausendjährigen Arkoniden ist auch in den Silberbänden nicht nivelliert. Selbst hier, wo doch einst mehr oder minder sorgfältig redigiert und  zensiert wurde, wurde dieser Begriff nicht entfernt oder zumindest inhaltlich korrigiert … obwohl ja gerade in den Silberbüchern viele andere Begriffe aus den Heften nachträglich politisch korrekter verändert wurden oder zumindest versucht wurde, einige Widersprüche zu beseitigen, die in der Heftserie aufgetreten waren.

Beide, Atlan und Perry, können natürlich nicht mithalten mit dem armen Tifflor, der auf seinem Millionenjahreweg vollständig verhunzt und dann später  letztlich als atopischer Richter wohl endgültig  hinweg gelobt wurde. Hier wäre auch einmal ein Reset angesagt (das aber wohl nicht kommen wird).Neue Expokraten wollen zeigen, dass die Besen gut kehren, also werden gleich am Anfang altbekannte Personen aus der Serie entfernt (Tiff und Tek). Das ist ja grundsätzlich nichts Neues. Der Leser hat sich daran gewöhnen müssen.

Der Arkonide hingegen, seit nunmehr dreitausend-und-etwas Jahren beinahe ununterbrochen wach, ist wirklich kaum älter als Perry … zumindest, was kosmische Erfahrungen betrifft aber auf seine mahnenden Ratschläge sollte dieser dennoch einmal wieder öfter hören.

Natürlich gibt es noch die angeblichen siebenhundert Jahre, die Atlan an Bord des atopischen Richterschiffes auf dem Weg zu Thez verbracht hat. Aber wirklich viel passiert, ist dort, auf dem Fluge dahin, ja nicht Also kann man eigentlich diese Zeit nicht wirklich als Erfahrungsjahre abbuchen ... außer, dass der Arkonide jetzt sicher weiß, wie man jahrhundertelang ein Fernraumschiff führt ...was er allerdings schon mit der SOL in kürzeren Zeitdifferenzen tat.

Nicht berücksichtigt wurde jetzt die Zeit hinter den Materiequellen, von der wir nicht wissen können, wie  und ob dort der temporale Ablauf sich bestimmt.Darüber ist nichts bekannt. Die Abgesandten der Kosmokraten schweigen darüber ebenso wie das blockierte Gedächtnis des Arkoniden. Da hilft nicht einmal der Extrasinn.Dieses Geheimnis bleibt gewahrt … bis jetzt.

© 2019 by H. Döring

Kommentare  

#1 Schnabel 2019-02-26 12:48
Ich sehe das wie die Autoren. Sein Körper ist vor zehntausend Jahren geboren und deshalb ist sein Alter zehntausend Jahre (plus X).
Dadurch, das er ein wenig "Winterschlaf" gehalten hat, war das für seine "körperliche Frische" sehr gut gewesen...
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#2 Postman 2019-02-28 09:56
Erneute PR Erbsenzählerei in diesem Artikel.

Ich hätte auch von zehntausendjähriger Erfahrung gesprochen, denn sonst wäre ich auch nicht 48 Jahre alt, wenn ich meine Schlafzeit abziehen würde...
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#3 AARN MUNRO 2019-02-28 20:11
Keine Erbsenzählerei: du verschläfst ein Viertel bis ein Drittel Deines Lebens, Atlan aber neunundneunzig Hundertstel oder mehr :lol:

Ist nicht ganz dasselbe ... das Argument greift hier nicht wirklich, qualitativ schon aber nicht quantitativ. ...und wie mal so schön Einer gesagt hat: "Quantität hat ihre eigene Qualität!" :lol:
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#4 Zakum 2019-03-01 12:41
Mittlerweile ist es - durch Wechseln von vor/hinter Materiequellen, andere Sphären, Zeitreisen usw. - sowieso ein Wissenschaft, das Alter gewisser Protagonisten zu errechnen.
Als stilistisches Mittel lasse ich den "Zehntausendjährigen" aber gerne gelten ;-)
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