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Hyperdemenz und Selbstbeschränkung ... oder »Höher, Schneller, Weiter«

1Hyperdemenz und Selbstbeschränkung ...
... oder »Höher, Schneller, Weiter«

Was ziemt nun dem Perry am Besten?

Wir finden ja nun beide Konzepte verwirklicht. Der Frühzeit des Scheerschen Gigantomanismus, bei dem Raumschiffe und Stationen immer weiter wachsen stehen auch später in der Voltzschen oder Feldhoffschen Aera riesige Raumschiffe gegenüber.

Bei Scheer wuchs dieses Potential allerdings rasant an, von der 60m-Kaulquappe GOOD HOPE als einstiges Beiboot der AETRON von Rhodan zunächst noch als Nonplusultra angesehen, schrumpfte der fliegende Schrott bald zum Nichts zusammen, als die immerhin auch bereits veraltete STARDUST II mit ihren 800m Durchmesser von den schlafmützigen Topsidern erobert war.Da gab es bereits zwölf der gleichnamigen Beiboote gratis dazu. Das war die IMPERIUM-Klasse oder TUSSAN-Klasse, wie die Arkondiden sie nannten.

Die frisch vom Regenten geklaute TITAN stellte dann mit 1500m Durchmesser dieses erste, große, aktive  Schiff der Serie noch in den Schatten.Fast doppelt so groß … vom Durchmesser her. Das Volumen ist dann beinahe acht mal.Scheers Gigantomanie wächst dann noch einmal in Band 250 mit der sagenhaften CREST III, die 2500m durchmisst.Da verläuft sich die Besatzung von 5000 Mann drin, selbst dann, wenn 90% des Schiffes durch technische Gerätschaften ausgefüllt sind.Dann übertrifft Scheer sich selbst mit OLD MAN, einer mobilden Trägerstation von 200km Länge und rund 100 km Höhe, die rund 15080 Schiffchen von der Art der CREST III beinhaltet.Eine  wahrhaft gigantische Raumstation, die aber aus erzähltaktischen Gründen nur bis zum Ende des M-87- Zyklus hält, damit die ÜBermacht der Terraner inn der Galaxis nicht gar zu gewaltig wird.Bis zum Aufkommen der berühmten SOL, die gerade aktuell einen Kurzzyklus durchfliegt, gibt es dann bei den Terranern keine wirklich größeren Schiffe. Die technische  Gigantomanie flaut erst einmal ab, als Voltz ans Ruder kommt, der die  Schwerpunkte der Serie etwas anders legt und nicht so sehr ein Fan ist von riesigen Kampfschiffen, deren Breitseiten gegen Feinde losdonnern, bis „ ... das Schiff nach Feuerlee krängte ...“.

Nichtsdesdotrotz besteht auch die SOL aus zwei Kugeln der 2500m-Klasse, die zuerst durch einen 1500m langen Mittelzylinder verbunden sind.Mit 6,5 km Länge ist das Schiffchen also gar nicht so klein.Aber es ist ja auch ein Fernraumschiff für wahrhaft große Entfernungen: vom Mahlstrom bis zur Milchstraße ist es recht weit …sogar für ein modernisiertes und modifiziertes Sextadimtriebwerk und das Schiff ist situationsbedingt eine Weile unterwegs, wie im Comic beschrieben und in der Serie damals erwähnt. Wie einst Moses und Aaron  beim Auszug aus Ägypten nach Palästina, benötigt es fast 40 Jahre bis zur Heimat.Genau genommen handelt es sich bei diesem Schiff um einen neuen Typ  eines Kombinations-Träger-Schlachtschiffs der UNIVERSUM-Klasse.

Weil lustigerweise zeichentechnisch der Star-und Titelbildgraphiker Johnny Bruck, der für sehr tolle  Titelbilder und auch frühe Innenillus verantwortlich war, den Mittelteil immer länger zeichnete, als im Kanon und in den Romanen beschrieben war, wurde auch serieninhaltlich dieser Mittelteil umgebaut, bis er schließlich 3000m lang war. Damit kam die SOL als Einzelraumschiff auf 8 km Länge, was immerhin beträchtlich ist.Sie  war übrigens in die drei Teile zerlegbar, was auch des öfteren geschah.Noch größer wurde dann die BASIS konzipiert, die in erster Line für Fernexpeditionen augelegt war und auch in der Serie eine Weile existierte.Sie ist erst einmal als Trägerschiff  12 km groß und hat  u.a. ein Ultraschlachtschiff mit seinen 2500m als Beiboot dabei. Darunter natürlich auch kleinere Schlachtschiffe  von 1200m.Wir sind hier schon mitten in der Voltz-Ära ( na gut, eher am Anfang …), in den 800er Bänden, aber die Scheersche Gigantomanie wirkt noch nach wie ein klingendes Echo.Der Leser damals (also ich) goutiert das auch, denn der vorübergehende Versuch, in der Serie ganz ohne  (militärische) Raumflotte auszukommen, wird schnell ad acta gelegt, und auch die Überlegung serientechnische Konzepte umzuschreiben (etwa die „Koggen“ und „Karracken“ der Kosmischen Hanse) verblassen bald ebenso wie die Versuch, die Orbiter-Keilschiffe auf Dauer in den Handlungsbogen einzubinden, denn Terra übernahm einige Schiffe davon, aus dem entsprechenden Serienzyklusteil. Aber der Leser will seine Kugelraumer  mit Ringwulst oder mindestens Posbiwürfel. Randbemerkung: auch diese schwollen immerhin von 2000m Kantenlänge auf 3000m an. Ist ja auch nicht schlecht. Alea jacta est.Die müssen auch erst einmal geworfen bzw. geflogen werden.

Das eher moderne Großkonzept wird dann mit PRAETORIA verwirklicht. Es ist ein: autarkflugfähiger LFT-Multifunktionsstützpunkt, teilbar in Omni-Ultraschlachtschiffe für den multiplen Einsatz und durchmisst immerhin 21 km in kompakter, nicht zerlegter Form. Auch das ist ja eine ganz nette Größe.
Man sieht also: es geht auch ohne Scheer … größer, schneller, weiter.

Doch oh weh, die hyperkosmokratischen fernen Mächte der Expokratie verordnen dem Perryversum eine Schlankheitskur, weil eine Demenz,   sowohl das Universum als auch die Mächte  fern dahinter befällt. So wird erst einmal die technische Schiene beschnitten.Die Hyperimpedanz wird dem Weltall des Rhodan aufoktroyiert, weil man Angst davor hat, das die Technomanie des Gigantismus nicht mehr überschaubar wird.Neue Autoren z.B. dürfen keine Angst vor dem Kanon kriegen oder davor, dass sie etwa ein Großkampfschiff falsch beschreiben, und ein Langleser ihnen dann beim nächsten Con die Ohren abreißt oder den Kopf in einen Reispflücker steckt (ST, das Tor am Ende der Welt, Spock).Doch Perry hat sich ja immerhin vorbereitet auf diese Hyperimpedanz und so waren die Terraner doch nicht ganz so betroffen davon wie andere Völker, Hüh aber Hott oder: Teillob mit Ganztadel.!

Also gibt es zwar ab und zu wieder ein Großschiffchen, aktuell ist es die RAS TSCHUBAI, die als Fernraumer agiert und gerade einen Großputz für den nächsten Fernflug zu den Cairanern erhält.Hübsch aufgemotzt mit aktueller Posbitechnik und auch die ZAIN-Konstrukte basteln daran herum mit Hyoerkristallen. Immerhin ist der „Museumsraumer“ 500 Jahre alt und auch in der LFG bleibt die Zeit nicht stehen.Insbesondere die Halbraumtech ist dank onryonischer Hilfe ausgereifter geworden.Wir sehen also, Scheer schimmert noch immer durch, es müssen einfach GROßE Schiffe in der Serie bleiben.

PS: ich probiere mal demnächst eine Folge über die kleinsten Schiffe von der Space-Jet bis zur Raumlinse.Gleiter bleiben aber außen vor.

© 2019 by H. Döring

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