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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 26

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (26. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Ernst Vlcek schrieb am 28. April 1975 das Dämonenkiller-Exposé 53, mit dem Holger Friedrich alias Roy Palmer seinen Einstand als DK-Autor gab.


53RÜCKKEHR AUS DEM TOTENREICH
LEBT MARCO BERTINI?
Dämonenkiller 53
Schauplatz: Rom
Zeit: Dezember
Autor: Friedrichs - ?

Titelbild:
Im Hintergrund spinnwebenverhangener Torbogen, vorne faßt Untoter mit Totenschädel und "glühenden" Augen im Anzug von hinten nach der Kehle einer Schönen, die ziemlich entsetztes Gesicht macht.
!!DasTitelbildfoto mit Exposé an Autor weiterreichen!!

Vorbemerkungen:
Auf die Geschehnisse in den vorangegangenen Bänden braucht nicht eingegangen zu werden, da die Handlung dieses Romans völlig unabhängig ist. Es ist aber notwendig, daß der Autor alle früheren Exposés aufmerksam liest, da sie viele wichtige Angaben über die Hauptpersonen und den Background (die ganze Dämonenwelt) beinhalten. Selbstverständlich kann der Autor Situationsdaten bei Bedarf einflechten, aber er sollte sich dabei nicht übernehmen und mehr auf die Handlung konzentrieren.
Wie immer gilt es auch diesmal, jegliche Schilderung von Grausamkeiten zu vermeiden, lieber mal ausblenden, wenn's brenzlig wird und Spannung durch Ausschlachten ergiebiger Szenen zu erzielen.
Eine Aussage, die die Autoren im Datenexposé vermissen werden, die sich aber bereits in Exposé 28 findet: Der DK mag klassische Musik, oder ernste - und besonders den Bach'schen Orgelwerken schreibt er die "elementare Wucht, die Dämonen zertrümmern kann" zu. Was in Band 34 auch praktiziert wurde.
Gleich zur Handlung.

Haupthandlung:
Jugendstilvilla. Trevor Sullivan spielt Dorian ein Videoband vor, auf dem Marco Bertini geigt. Der Maestro ist Dorian nicht unbekannt. Er weiß auch über die Vorfälle von vor einem Jahr Bescheid, die in der römischen Gesellschaft zu einem handfesten Skandal geführt haben.
Marco Bertini war ein Bild von einem Mann und wurde von Damen der Gesellschaft gleichermaßen wie von den Elevinnen angehimmelt. Als temperamentvoller, exzentrischer Mann konnte er nicht nein sagen, gab aber, wie sich später herausstellte den knusprigen, jungen Dingern den Vorzug. Eine nahm ein solches Intermezzo zu ernst und nahm sich in seiner Villa (Schlaftabletten) das Leben. Der Fall blieb immer undurchsichtig. Jedenfalls hieß es später, daß der Maestro zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht im Hause war, sondern sich bereits mit seiner Frau auf Weltreise befand. Angeblich waren die beiden Stunden zuvor bereits abgereist. Seit dieser Zeit ließ sich Marco Bertini in der Öffentlichkeit nicht wieder blicken. Seine Frau kam nach einem Monat in die Villa in Rom zurück und gab bekannt, daß sich ihr Mann eine Zeitlang zurückziehen wolle, um den Schock zu überwinden. Über die Sache wuchs Gras. Aber natürlich erschienen in den Illustrierten immer wieder Berichte von scheinbar findigen Reportern. Die Gerüchte um den Maestro verstummten nie ganz.
Nun hat Trevor Sullivans Mystery Press den Fall aufgegriffen. Aus einem guten Grund. Zum einen fand Sullivan heraus, daß man in der Nähe der Villa die Leichen von zwei Mädchen fand, die früher einmal ein Verhältnis mit dem Maestro hatten (damit protzten sie sich zumindest zu Leibzeiten). Unerklärlich war aber, wie sie starben. Sie hatten an der Schädeldecke ein gewaltiges Loch - und ihr Gehirn fehlte, als sei es ausgesaugt worden; im übrigen waren ihre Körper vertrocknet, wie mumifiziert, so trocken wie ein Schwamm, den man auswindet, als wäre ihre Körperflüssigkeit absorbiert worden. Beide Mädchen hatten Kontakte mit einem römischen Hexenkult, über den aber niemand etwas Genaues weiß.
Sullivans Recherchen haben aber ergeben, daß mehr als zwei Mädchen verschwanden, die früher mal was mit dem Maestro hatten, doch hat man deren Leichen nicht gefunden.
In diesem Zusammenhang ist noch etwas bemerkenswert. Der Maestro hat sein Comeback angekündigt! Er bittet einen kleinen Kreis ausgesuchter Gäste zu einer Soiree in seine Villa. In einer Woche soll das Ereignis stattfinden, von dem die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. Will Dorian dem Maestro nicht auf den Zahn fühlen? Vielleicht konnte Jeff Parker, der zur Zeit gerade in Cinecitta ist und Verhandlungen wegen eines Filmprojekts führt, eine Einladung beschaffen. Dorian will, zumal er für Bertinis Violinspiel was übrig hat.
Gleich umblenden nach Rom.

Parker und Dorian treffen sich in dem Hotel, in dem Dorian sein Zimmer hat. Der Freund des Dämonenkillers hat gute Vorarbeit geleistet. Als er hörte, daß der DK bei Bertinis Soiree dabei sein wollte, hat er sich umgehört. Dabei lernte er ein Starlet kennen - Catharina Schifano  -, das früher Musik studiert hat und mit Bertini bekannt war. Als er sich zurückzog, wollte auch sie nichts mehr von Musik wissen und wandte sich dem Film zu, sie hat den Maestro glühend verehrt. Und er dürfte auch etwas für sie übriggehabt haben, denn sie erhielt eine Einladung zur Soiree. Parker hat arrangiert, daß Dorian sie begleiten darf.
Dann trifft Catharina Schifano ein. Sie ist 20, bildhübsch. Sie beantwortet Dorians Fragen freimütig, behauptet, nie etwas mit dem Maestro gehabt zu haben, obwohl das seine eifersüchtige Frau anzunehmen scheint, denn Catharina erhielt nach seinem Verschwinden anonyme Briefe, in denen sie des Ehebruchs bezichtigt und aufs gemeinste verflucht worden war. Eigentlich erhielt Catharina zwei Einladungen, um auch ihre Freundin mitzunehmen, die erst vor kurzem aus einer Heilanstalt entlassen worden war. Diese Freundin, Antonia Biasi, so glaubt Catharina zu wissen, war damals ebenfalls in der Villa, als sich das eine Mädchen durch Schlaftabletten das Leben nahm. Antonia Biasi "flippte" damals aus, wurde in eine Anstalt eingeliefert, ihre Anwesenheit in der Villa vertuscht, die Mitwisser bestochen.
Das alles erfährt der DK von dem Mädchen während er sie ausführt,  sie scheint ihm zu vertrauen. Am nächsten Tag will man ge­meinsam zur Soiree.
Der DK will aber schon in dieser Nacht der Villa einen Besuch abstatten und das Terrain erkunden. Parker verschafft ihm als Be­gleiter eine zwar ortkundige, aber zwielichtige Type. Der Mann hat mal in der Villa elektrische Leitungen verlegt und kennt sich daher aus. Von irgendwelchen Alarmanlage weiß er nichts. Aber er erinnert sich, daß manche Zimmer wie Gruselkabinette eingerichtet waren, ganz in Schwarz, mit Totenköpfen als Kerzenständern und so. Signora Bertini muß wohl okkultistisch angehaucht sein.
Die beiden dringen in die Villa ein. Vorbei an dem großen Zierteich im Garten, auf dem eine dicke, grüne Algenschicht schwimmt, hinein ins Haus. Dorian hat vor, in der Villa nach den Einflüssen von Schwarzer Magie zu suchen. Sein Begleiter steht auf der Terrasse Schmiere. Gleich vorwegnehmen, was mit ihm passiert: Während er dasteht, hört er hinter sich Geräusche. Als er sich umdreht, sieht ereine vor Nässe triefende Schauergestalt, der Untote vom Titelbild, die sich auf ihn stürzt. Bevor der Mann noch einen Mucks von sich geben kann, hat ihm der Untote den Garaus gemacht.
Dorian schleicht sich inzwischen durch das Haus. Es scheint verlassen zu sein, obwohl sich angeblich der Maestro schon hier befindet. Einer Eingebung folgend, begibt er sich in den Keller, gruselige Atmosphäre machen, obwohl hier nichts passiert. Dorian kommt aber in ein Gewölbe, das wie ein Mittelding zwischen Fol­terkammer und Teufelskirche aussieht.
Er kann sich gerade noch in einer Eisernen Jungfrau verstecken - die Eisendornen zwicken ihn vorne und hinten, und wenn jemand durch Zufall den Deckel zudrückt, ist der DK hin - als eine Prozession von dreizehn in schwarze Umhänge gehüllte Frauen gesetzteren Alters hereinkommt.
Sie beginnen eine Art Seance, rufen dabei aber keinen Dorian bekannten Dämon an. Möglich auch, daß sich der Dämon - eine Hexe - auch unter den Weibern befindet. Aus dem Singsang geht nur hervor, daß diese Anhängerinnen des Hexenkults Catharina Schifano (Dorians Begleiterin) in diese Hallen rufen. Gegen Schluß dieser Beschwörung - von oben erklingt einschmeichelndes Violinenspiel - macht der DK eine unvorsichtige Bewegung und der Deckel der Eisernen Jungfrau schwingt langsam auf. Dorian muß die Flucht ergreifen. Die Weiber - die sein Gesicht nicht sehen können - wie die Furien hinter ihm her.
Dorian kommt ins Erdgeschoß, kann einen naßkalten Untoten gerade noch abwehren (mit einem Kruzifix), der sich auf ihn stürzen will, kommt in den Garten, sieht den Hut seines Begleiters im Zierteich schwimmen und kommt im letzten Moment über die Mauer und somit in Sicherheit.
Einflechten, daß er am nächsten Tag in der Zeitung liest, daß man den Begleiter seines nächtlichen Unternehmens auf einer Schutthalde oder sonst wo tot und mit einem Loch im Schädel und ohne Gehirn und mumifiziert gefunden hat. Und Dorian stellt fest - ohne sich viel dabei zu denken -, daß er ein Päckchen Players verlegt oder verloren hat.
Er trifft sich mit Catharina, und gemeinsam fahren sie zur Soiree in die Villa des Maestros. Obwohl Dorian was für saloppe Kleidung übrig hat, mußte er sich für diesen Zweck einen Smoking besorgen (von Parker geliehen).
Dorian und Catharina betreten getrennt die Villa, der DK behält sie aber im Auge. Beim kalten Büffet versammelt sich eine illustre Gesellschaft. Dorian erkennt die Gastgeberin sofort - sie war letzte Nacht unter den dreizehn Furien, die die Beschwörung vorgenommen haben. Sie trägt auch jetzt wieder schwarz. Vom Maestro ist noch nichts zu sehen. Man wird in den Saal gebeten, in dem die Stühle bereits in Reihen aufgestellt wurden. Dorian richtet es so ein, daß er in der letzten Reihe mit Catharina die beiden Ecksitze bekommt. Und dann gehen die Lichter aua, nahe dem Notenpult werden sieben Kerzen angezündet, und der Meister erscheint.
Etwas stimmt nicht mit ihm. Sein Gesicht liegt ständig im Schatten, und wenn mal Licht drauf fällt, dann wirkt es maskenhaft - ja, er trägt eine Gummimaske. Und er trägt auch Handschuhe. Heilige, wenn auch spannungsgeladene Stille. Und da beginnt der Maestro wie in seinen besten Tagen zu fiedeln. Dorian ist hingerissen, die anderen mehr noch - verzaubert. Aber er vergißt nicht seine Begleiterin im Auge zu behalten. Diese wird merklich unruhig, ihre Finger spielen mit der Einladung, und als sie darauf starrt, sieht Dorian, wie sich dort Schriftzeichen bilden: Geliebte Catharina, komm in mein Schlafgemach in den Keller...
Der DK handelt sofort, holt seine Gnostische Gemme hervor und hypnotisiert das Mädchen damit und befielt ihr, die Villa sofort zu verlassen und im Wagen auf ihn zu warten. Sie erhebt sich, geht hinaus.
Dorian blickt auf die Einladung in seiner Hand. Und plötzlich hat er einen unbezähmbaren Gusto auf eine Zigarette, auf eine Players. Er erhebt sich ebenfalls, geht hinaus. Er hat seine Zigaretten letzte Nacht hier im Haus verloren... im Keller... als er sich in der Eisernen Jungfrau versteckte... Er weiß das ur­plötzlich ganz genau. Er muß in den Keller, um sich die Zigaretten zu holen. Dort angekommen, sieht er sie in der Eisernen Jungfrau liegen. Will sich danach bücken, da fällt ein Schatten auf ihn. Im letzten Augenblick springt er zurück, packt den Angreifer, eine geifernde Besessene, die er von sich schleudert. Sie gerät in die magische Falle, die für ihn mit den Zigaretten als Köder errichtet wurde, und wird in der Eisernen Jungfrau vom zufallenden Deckel aufgespießt.
Der Bann ist von ihm gefallen. Er flüchtet - gerade rechtzeitig, denn nun kommt der maskierte Maestro mit der Violine in den Keller. Sein Schritt wirkt steif. Oben gehen die letzten Gäste - dreizehn in Schwarz gekleidete Damen bleiben zurück. Dorian hätte gerne ihre Gesichter gesehen, wann sie bemerkten, daß ihr Opfer, Catharina Schifano, ihnen nicht ins Netz gegangen war. Aber er hält es für vernünftiger, mit dem Mädchen in die Stadt zurückzufahren und sie in Parkers Apartment, zumindest für diese eine Nacht, unterzu­bringen. Als er den posthypnotischen Befehl von ihr nimmt, gerät sie auch sofort wieder in den Bann der Hexen, beginnt zu toben und verlangt, zum Maestro gelassen zu werden. Dorian muß einiges anstellen, bis die Besessenheit von ihr genommen ist und sie einschläft.
Am nächsten Tag verlangt der DK, daß Catharina ihn zu Antonia Biasi bringt, jenem Mädchen, das damals in der Villa war, als das Verhängnis seinen Lauf genommen hat. Zuerst will Catharina nichts davon wissen, aber als der DK ihr klarmacht, daß Antonias Leben davon abhängen kann, stimmt sie zu.
Sie fahren zu Antonia, die seit ihrer Entlassung bei ihren Eltern wohnt. Doch die sind fort, zur Arbeit. Antonia erkennt ihre frühere Freundin kaum, sie ist verschlossen, wirkt geistesabwesend, mißtrauisch, unsicher. Erst als Catharina ihr sagt, daß sie den Maestro persönlich sah und spielen hörte, da geht Antonia etwas aus sich heraus.
Sie behauptet, Marco Bertini sei tot. Tot seit damals. Seine rachsüchtige Frau müsse irgendetwas Teuflisches ausgeheckt haben und nur so tun, als sei der Maestro noch am Leben. Und langsam bringt dann der DK aus ihr heraus, was damals in der Villa wirklich passierte.
Das Mädchen, das damals an einer Überdosis Schlaftabletten starb, hat Antonia anvertraut, daß Marco sich wegen ihr scheiden lasse wolle. Und wann Signora Bertini damit nicht einver­standen sei, dann worden sich beide das Leben nehmen.
Antonia ahnte Unheil und schlich sich an diesen Abend in die Villa und wurde Zeuge des folgenden Dramas: Ihre Freundin und der Maestro gestehen seiner Frau ihre Liebe ein. Signora Bertini gerät furchtbar in Wut, als sie die Geliebte ihres Mannes schlägt, bekommt sie von ihrem Mann Prügel, woraufhin sie zur Furie wird und nun ihr wahres Gesicht zeigt. Sie sagt, daß sie es längst nicht mehr ertragen konnte, daß es ihr Mann mit jungen Flittchen vor ihren Augen treibt und sie etwas unternommen habe, um sich an den Mädchen zu rächen. Sie hat Hilfe gesucht und in einem Kreis von Frauen gefunden, denen es einst ähnlich ergangen ist. Diese Frauen kennen Mittel und Wege, um ihr zu ihrer Rache zu verhelfen.
Und da sind zwölf schwarzgekleidete Frauen in den Raum getreten, die wie Hexen wirkten und haben gesagt, sie würden nun die Geliebte vom Maestro bestrafen. Doch diese zeigte keine Furcht, sondern sagte mit schleppender werdender Stimme, daß man ihr und ihrem Geliebten nun nichts mehr anhaben könne. Sie hätte ihm Gift in sein Getränk gegeben und selbst welches genommen. Tatsächlich entschlief der Maestro. Signora Bertini sagte, daß es um das Flittchen nicht schade sei, aber daß sie es ihrem Mann nicht so leicht machen wolle. Er müsse so leiden, wie er sie leiden ließ. Und die zwölf schwarz­gekleideten Hexen versicherten, daß sich ein Weg finden werde.
Da hielt es Antonia nicht mehr länger aus, floh, verständigte die Rettung. Und es brachte sie um den Verstand, als sie hörte, daß der Maestro angeblich noch lebte, ihre Freundin aber nicht mehr gerettet werden konnte.
Jetzt wiederholt Antonia, daß Marco Bertini unmöglich wirklich noch leben könne, sondern es sich um irgendeine Teufelei seiner Frau handeln müsse. Dem stimmt der DK zu. Er bittet Catharina bei Antonia zu bleiben, beordert Jeff Parker her und macht sich selbst auf den Weg, um Signora einen Besuch abzustatten. Er ver­mutet, daß sie ihren Mann durch Schwarze Magie von den Toten wiedererweckte. Er muß ein Untoter sein.
Dorian kommt in die Villa. Daran, daß er Players raucht, könnte Signora Bertini erkennen, daß er der Schnüffler ist, den sie in die Eiserne Jungfrau locken wollte. Anfängliches Katz- und-Maus-Spiel zwischen den beiden. Schließlich sagt Dorian der Frau aus dem Hexenkreis aber auf den Kopf zu, daß sie ihren Mann von den Toten wiedererweckt hat.
Die Frau leugnet nicht einmal, sie gibt zu, daß sie sich an ihrem Mann und allen jenen jungen Mädchen rächen wollte, mit denen er sie betrog. Es bitte nicht emotionslos sagen lassen, daß sie schön vor seinem Tod Hilfe im Kreis der Hexen von Rom gesucht hat. Dann hat sich aber das eine Mädchen mit ihrem Mann in der Villa vergiftet. Sie schaffte seine Leiche fort - und später wurde er durch entsprechende Beschwörung ins Leben zurückgerufen. - Während des Sprechens hat Signora Bertini Dorian in den Garten, zum algenüberwucherten Zierteich, geführt.  Und jetzt sagt sie, daß es mit der Wiedererweckung nicht ganz geklappt hat. Der Körper ihres Mannes verfault, verwest weiterhin. Er braucht die Säfte und das Gehirn noch lebender, um sich an seinem Scheinleben erhalten zu können.
Und da brodelt es im Algenteich, und heraus kommt der Untote Maestro. Er trägt die Gummimaske vor dem Gesicht. Signora schreit Dorian noch triumphierend zu, daß er nun, nachdem sein Körper vom Maestro ausgesaugt worden sei, im Teich verschwinden wurde (wo auch schon ein Dutzend der früheren Liebhaberinnen des Maestros liegt) -und dann stachelt sie ihren untoten Mann auf, sich von Dorian zu holen, was er so dringend zum Leben braucht. Der Untote wird von Dorians "Lebensgeruch" angelockt, das macht ihn rasend. Der Verfall seines Körpers und seines Gehirns ist soweit fortgeschritten, daß er kaum mehr zusammenhängend denken kann. Er benötigt dringend eine Auffrischung.
Dorian wehrt die Angriffe des Untoten ab und flüchtet ins Haus. Die Signora stachelt den Untoten auf. Dorian versucht Zeit zu ge­winnen, indem er dem Maestro die Violine in den Weg legt. Dieser läßt sich dadurch tatsächlich aufhalten, greift danach, spielt - aber es kommt dabei nur ein jämmerliches Gejaule heraus, weil er sich erst auftanken muß, um sein Genie wieder lebendig werden zu lassen.

 

Achtung:  Dorian hat schon bei seinen früheren Besuchen festgestellt, daß es in der Villa praktisch keine Spiegel gibt. Und die vorhanden sind, wurden entweder abgedeckt, oder mit schwarzer Farbe übermalt. Nun, da er einige Informationen über den Untoten hat, glaubt er zu wissen, warum das so ist - und er soll mit seiner Vermutung recht haben: Der Maestro weiß nicht, wie er aussieht, deshalb auch die Gesichtsmaske. Er hält sich - in seinen klaren Momenten - zweifellos immer noch für den Schönling vergangener Tage. Was passiert, wenn er sein wahres Gesicht sähe?

Dorian reißt auf der Flucht einen Vorhang vom Spiegel. Da erreicht ihn der Untote, will ihm die Schädeldecke einschlagen, um an sein Gehirn zu kommen. Dorian reißt ihm aber die Maske vom Gesicht. Der Totenschädel (vom Titelbild) mit dem verfaulenden Fleisch daran kommt hervor. Und der Untote sieht sich im Spiegel. Ein tierischer Schrei, er wendet sich entsetzt von seinem Spiegelbild ab.
Dorian ist frei. Der Untote verschwindet. Der DK bleibt allein in der Villa zurück. Da schrillt das Telefon. Parker ist am Apparat. Er sagt, daß die beiden Mädchen nicht mehr in Antonias Wohnung sind, ein Nachbar sagte, daß ein schwarzer Wagen mit schwarzgekleideten Frauen die beiden abgeholt hätte. Die Hexen von Rom haben die beiden Mädchen entführt, zweifellos, um sie vorn Untoten aussaugen zu lassen. Catharina konnte aber noch auf einen Spiegel mit Augenbrauenstift eine Adresse schreiben. Dorian kann nur hoffen, daß die beiden Mädchen dorthin gebracht wurden.
Er bittet Parker, über seine Filmgesellschaft die Meldung an alle Zeitungen und sonstigen Massenmedien die Meldung durchgeben lassen, daß Meister Bertini an der von Catharina angegebenen Adresse eine Pressekonferenz geben will. Dann fährt Dorian selbst dorthin. Er kommt zu einem antiken Bauwerk. Nun aus anderer Warte schildern, was in dem unterirdischen Gewölbe passiert.
Die Hexen haben sich zu einem teuflischen Sabbat eingefunden.

Achtung: Es sind durchwegs keine schwarzblütigen Hexen, sondern normale Frauen, die zu Satansdienerinnen entarteten. Sie wurden alle, ähnlich wie Signora Bertini, von ihren Männern betrogen und haben sich dann zu einem Hexenbund zusammengeschlossen und sich ähnlich wie Signora Bertini gerächt. Sie gehören alle der besseren Gesellschaft an.  Sind Witwen.

Die beiden Mädchen werden fein herausgeputzt, sie sind nicht in der Lage, sich zu wehren. Man redet ihnen, ganz diabolisch, ein, daß sie nun mit dem Maestro Hochzeit feiern werden. Dabei voll­führen die Hexen ihre Riten.
Und dann trifft Signora Bertini mit ihrem untoten Maestro ein. Sein Körper stinkt, weil der Verwesungsprozeß unheimlich schnell voranschreitet - er braucht Menschensäfte, um sich wieder regenerieren zu können. Er ist ganz steif, wird (Gummimaske über das Gesicht) zwischen die beiden Mädchen in Trance ins "Hochzeitsbett" gelegt.
Da kommt Leben in ihn. Er wittert die Ausstrahlung seiner Opfer. Es giert ihn danach. Vielleicht aus seiner Warte schildern, damit das folgende Geschehen dem Leser deutlicher wird.
Er war seiner Frau irgendwie dankbar (in hellen Momenten), daß sie ihn ins Leben zurückgerufen hat. Er konnte wieder Violine spielen, sich mit Gespielinnen vergnügen (auf seine besondere Art). Er glaubte, er sei wieder wie früher. Wie er aussah, daß er nur noch ein Gebilde aus Knochen und verwesendem Fleisch war, wußte er nicht. Bis ihm der DK den Spiegel vors Gesicht hielt. Jetzt ist etwas in ihm gebrochen. Er erkennt, was ihm seine Frau mit seiner Wiedererweckung tatsächlich angetan hat.
Und als er es erhebt, tut er es mit einer Wut im Bauch. Diese richtet sich nicht gegen seine Opfer, sondern gegen die Hexen. Und seine Frau geht noch aus sich heraus, kann es nun nicht mehr ver­heimlichen, daß sie ihn mit seinem Untotendasein eigentlich bestrafen wollte. Und da erscheint auch noch der DK im Hexenkreis und hält dem Untoten einen Spiegel vors Gesicht. Jetzt dreht der vollends durch und nimmt seine rachsüchtige Alte in die tödliche Umarmung.
Unbeschreiblicher Tumult bricht los. Das rasant schreiben. Der DK nutzt die Verwirrung aus, um Fackeln und Ständer mit schwarzen Kerzen umzuschmeißen. Die Hexen geraten ganz aus dem Häuschen, wollen Dorian zerfleischen. Der nutzt das Tohuwabohu aus, um die beiden Mädchen auf seiner Flucht mitzunehmen. Die Hexen hinter ihm her. Da trifft Parker mit dem Rudel Reporter ein. Die Hexen verlieren vollends die Beherrschung - man bedenke, es sind Damen der Gesellschaft, die solche Art von Publicity ganz und gar nicht brauchen können.
Rom hat seinen neuen Skandal.
Den Maestro finden die Reporter aber nur noch als brennendes Etwas vor, noch im Tode seine gierige Klaue im geöffneten Schädel seiner Alten. Somit erfährt die Öffentlichkeit nie, was wirklich mit dem Maestro los war. Die Flammen haben wieder mal ihre reinigende Wirkung gehabt.

In einem Epilog das Nachspiel zeigen. Dorian ist wieder in der Jugendstilvilla. Sullivan zeigt ihm einen Zeitungsartikel, der von den Ausschweifungen der Hexen von Rom berichtet. Daß Schwarze Magie im Spiele war, davon weiß natürlich niemand etwas. Man hält die Damen aus dem Witwenclub nur für kaltblütige Mörderinnen, vielleicht auch Geistesgestörte, und nennt sie deshalb "Hexen".
Das wird einen Prozeß geben.
Dorian meint, der Fall gehöre zu den Akten und vertauscht auf der Weltkarte in Rom die rot-schwarze Stecknadel mit einer schwarzen. 

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2014-01-02 12:42
Danke, Uwe!

Das ist wirklich interessant. Ich habe den Roman erst kürzlich noch einmal gelesen und vermutet, dass viele der Kleinigkeiten Einfälle des Autors waren. Tatsächlich aber sind sie vorgegeben. Also so viel zur Theorie, dass Vlcek mal ein paar Wochen eine ruhigere Kugel geschoben hat, als er die Zyklushandlung verbannte.

Seine ständigen Ermahnungen sprich Anweisungen, bloß keinen Horror in den Horror zu bringen, stimmen schon nachdenklich. Vor allem, wenn man es so schwarz auf weiß liest. Da muss es ja Anfang 75 gewaltig gekracht haben in der Chefetage.

An diesem Roman sieht man deutlich, wie die Schere im Kopf arbeitet. Was hätte man z.b. nicht alles aus den Witwen machen können. So bleiben sie halt gesichts- und inhaltslose "Satansdienerinnen", die bloß Kulisse sind. Da hat Friedrich mit wenig Material sogar noch wirklich gute Arbeit geleistet.

Eigentlich fällt mir dazu nur der Spruch mit dem Omlett und dem Ei ein. Kein Wunder, dass so viele der neuen Figuren nach 50 so ineffektiv und letztlich albern waren.
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#2 Schnabel 2014-01-02 13:08
Vermutlich lag es daran, weil am 12.03.75 die Bundesprüfstelle für jugendgefährende Schriften [heute für Medien] die Morton-Nummern 38, 41, 43, 44, 48 und 50 indiziert hatten und damit die Dr. Morton-Serie für ein Jahr nur noch an über 18jährige verkauft werden durfte.
Somit waren sämtliche Gruselromane in Fokus der Sittenwächter und sicher werden die Verlagschefredakteure vor Angst ihren Mitarbeitern einen kleinen Wink gegeben haben...
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