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Tod im Eishockeystadion - »Sudden Death«

Sudden DeathTod im Eishockeystadion
»Sudden Death«

Mitte der 1990er Jahre war Jean-Claude Van Damme („Universal Soldier“) auf dem Höhepunkt seiner Actionstar-Filmkarriere angelangt. Die angesagtesten Genreregisseure, insbesondere jene aus Fernost, rissen sich darum, den athletischen und muskelbepackten Belgier als Hauptdarsteller für ihre Filme einzusetzen. Aber auch Peter Hyams („Unternehmen Capricorn“) setzte auf die charismatische Power Van Dammes.

Sudden DeathFür John Woo hatte Jean-Claude Van Damme 1993 in „Harte Ziele“ vor der Kamera gestanden, mit Ringo Lam sollte er 1996 „Maximum Risk“ realisieren, bevor ihn Tsui Hark für „Double Team“ mit Dennis Rodman auf die Kinozuschauer losließ. Neben all diesen actionerprobten asiatischen Regisseuren war es 1994 Peter Hyams, der Van Damme in „Timecop“ inszenierte und damit auf den Trend der Zeitreise-Actioner setzte, die nach „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ wieder en vogue waren. Auch das Thema, das Hyams ein Jahr später für seinen zweiten Van-Damme-Film auswählte, hatte sich in der Vergangenheit schon als Publikumsmagnet erwiesen. Denn die Story von „Sudden Death“ erinnert sehr stark an „Schwarzer Sonntag“, den Roman von Thomas Harris, der 1977 von John Frankenheimer mit großer Starbesetzung fürs Kino adaptiert worden war. Seinerzeit ging es um einen terroristischen Anschlag auf das Super-Bowl-Stadion in Los Angeles, in dem gerade in Anwesenheit des US-Präsidenten ein Football-Match abgehalten wurde.

Sudden DeathDarren McCord (Jean-Claude Van Damme) war einst ein heroischer Feuerwehrmann, der trotzdem den Tod eines kleinen Mädchens nicht verhindern konnte. Zwei Jahre danach liegt sein Leben in Scherben. Seine Frau hat sich von ihm getrennt, die Kinder sieht er nur noch am Wochenende, beruflich kommt er nur noch als Sicherheitsmann bei Großevents zum Einsatz. In dieser Funktion soll er nun auch ein Eishockeymatch in einem Pittsburgher Stadion betreuen, weswegen er seine halbwüchsigen Kids Tyler (Ross Malinger) und Emily (Whittni Wright) entgegen des Willens ihrer Mutter mit ins Stadion nimmt. Auch der Vizepräsident der USA (Raymond J. Barry) wird sich das Spiel aus der Ehrenloge ansehen. Das wissen auch Joshua Foss (Powers Boothe) und seine Komplizen, die das Stadion mit etlichen Bomben bestückt haben und über Leichen gehen, um sich Zugang zur VIP-Loge zu verschaffen. Dort drohen sie damit, weitere Geiseln zu erschießen, sollte nicht, während das Spiel läuft, eine immense Summe Dollar auf ihre Konten überwiesen werden. Als die Gangster auch noch Emily in ihre Gewalt bringen, sieht deren Vater rot und setzt alles daran, das Leben seiner Tochter und das der restlichen zigtausend Besucher des Stadions zu retten.

Sudden DeathGene Quintano („Quatermain I+II“, „Police Academy 3-5“) zählt nicht gerade zu den versiertesten Drehbuchautoren Hollywoods, sondern ist bestenfalls ein guter Handwerker. Deswegen hat er „Sudden Death“ auch brav nach den gängigen Genremustern gezimmert und über etliche Logiklöcher hinweggesehen. Das mindert am Ende die Qualität des Films, der von Peter Hyams nämlich sehr souverän und größtenteils spannend in Szene gesetzt wurde. Jean-Claude Van Damme darf als Held über sich hinauswachsen und die Bösewichter quasi im Alleingang unschädlich machen – dass er zwischenzeitlich sogar als Eishockeyspieler am Match teilnimmt, ist eine der unglaublichen Absurditäten der Geschichte. Als hirnlose Action-Unterhaltung für einen alkoholreichen Männerabend taugt der Film aber auf alle Fälle. Die BluRay-Wiederveröffentlichung in der „StudioCanal Collector’s Edition“ weist ein gutes Bild (im Widescreen-Format 2,35:1) auf, das lediglich in den dunkleren Außenaufnahmen einige Unschärfen erkennen lässt. Der Ton (Deutsch und Englisch im DTS HD Master Audio 5.1, optional mit deutschen Untertiteln) kann sich ebenfalls hören lassen. Extras sind allerdings keine mit aufgespielt.

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