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Der Zauberer von Motown-Oz - »The Wiz – Das zauberhafte Land«

The Wiz – Das zauberhafte LandDer Zauberer von Motown-Oz
»The Wiz – Das zauberhafte Land«

Es gibt wohl kaum jemanden, der die Geschichte vom „Zauberer von Oz“ und der Reise der kleinen Dorothy zu ihm nicht kennt. Der 1939 entstandene Film von Victor Fleming machte nicht nur Judy Garland unsterblich, sondern brannte sich auch ins kulturelle Gedächtnis der westlichen Welt ein. Neben dem bunten Musicalklassiker gibt es noch zahlreiche andere Adaptionen der Geschichte von L. Frank Baum, wovon diese 1978 entstandene sicherlich zu den Skurrilsten zählt.

The Wiz – Das zauberhafte Land„The Wiz – Das zauberhafte Land“ von Sidney Lumet ist die Filmadaption eines vier Jahre zuvor uraufgeführten Musicals, das mit gänzlich neuen Songs daherkam und sämtliche Rollen mit afroamerikanischen Darstellern besetzte. Nach den Bürgerrechtsbewegungen in den USA zum Ende der 1960er Jahre hatte man sich auch im Kino zu emanzipieren versucht und etliche Filme speziell für ein dunkelhäutiges Publikum produziert. In die gleiche Kerbe schlug nun auch Lumets Film, der von „Motown Productions“ finanziert wurde, dem Label für die Musikstars mit afroamerikanischem Hintergrund. Einige von ihnen waren deshalb natürlich auch im Film mit dabei, von Diana Ross (ehemals Sängerin bei „The Supremes“) über den darstellerisch seinerzeit noch vollkommen unerfahrenen Michael Jackson (damals noch bei „The Jackson Five“ mit seinen Brüdern erfolgreich) bis hin zu Quincy Jones, der die Bühnensongs für den Film arrangierte.

The Wiz – Das zauberhafte LandDorothy (Diana Ross) ist hier bereits eine junge Frau, die als Lehrerin arbeitet und bei ihrer Tante und ihrem Onkel in New York lebt. Eines Tages jagt sie ihrem kleinen Hund Toto auf die schneeverwehten Straßen hinterher, wird von einem Wirbelsturm erfasst und findet sich plötzlich im Lande Oz wieder. Dort sagt man ihr, dass einzig der Wiz (Richard Pryor) ihr dabei helfen könne, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Auf ihrem Weg in die Smaragdstadt, wo sich der Sitz des Zauberers befindet, schließt Dorothy Freundschaft mit einer Vogelscheuche (Michael Jackson), die sehr gerne ein Gehirn hätte, mit einem Blechmann (Nipsey Russell), der sich nach einem Herz sehnt, und einem Löwen (Ted Ross), der ziemlich ängstlich ist und sich eine gehörige Portion Mut wünscht. Sie alle erhoffen sich also etwas von der Begegnung mit dem Zauberer, aber bis sie diesen erreichen, müssen die vier neuen Freunde zunächst einmal allerhand Abenteuer zusammen bestehen. Denn die Mülleimer und Säulen einer U-Bahn-Station machen sich selbständig und fallen über die bunte Truppe her, und auch gegen fiese Krähen, unheimliche Munchkins und die bösen Hexen des „zauberhaften Landes“ müssen sich die Vier zur Wehr setzen.

The Wiz – Das zauberhafte Land„The Wiz – Das zauberhafte Land“ war bei seiner Uraufführung 1978 ein ziemlicher Flop, weswegen der Film lange Jahre in Deutschland gar nicht aufgeführt wurde. Erst im Jahr 2004 wurde das Musical hierzulande auf DVD veröffentlicht und dafür synchronisiert. Auch im Abstand von vierzig Jahren erkennt man, dass hier ein ungeheurer Aufwand betrieben wurde – auch, wenn manche Kulissen lediglich gemalt sind, was nicht verheimlicht werden kann. Trotzdem sind die üppigen Tanzchoreografien mit hunderten Tänzern, die tollen Kostüme und Masken überaus beeindruckend geraten. Außerdem sind die Songs von Charlie Smalls sehr schmissig und werden jeden Motown-Fan in Begeisterung versetzen. Neben den Stars treten darüber hinaus auch noch Mabel King, Thelma Carpenter und Lena Horne auf. Ein interessantes Filmkuriosum, das es sich zu entdecken lohnt. Die HD-Erstveröffentlichung erfolgt bei justbridge Entertainment in einem limitierten Mediabook, das aus einer BluRay besteht, auf der der Film in exzellentem Bild (im Widescreen-Format 1,85:1) und mit einem sehr guten Ton (Deutsch im DTS HD Master Audio 5.1, Englisch in Dolby Digital 5.1, optional mit deutschen Untertiteln) präsentiert wird. Des Weiteren ist ein zwanzigseitiges Booklet mit einem fundierten Text von Christoph N. Kellerbach enthalten, der auch gemeinsam mit Florian Wurfbaum einen Audiokommentar zum Film eingesprochen hat. Optional sind die Songs des Films auch separat anwählbar und mit den Songtexten für Karaoke-Abende nutzbar. Zwei weitere Scheiben runden die Veröffentlichung ab: auf zwei CDs findet sich nämlich noch der Original-Soundtrack zum Film, der insgesamt 26 Tracks mit der Original-Besetzung aus dem Film umfasst.

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