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... Frank Braun über den Relaunch von »Alan Demore«, Comebacks, Sex und Gewalt

Frank Braun ... Frank Braun über den Relaunch von »Alan Demore«, Comebacks, Sex und Gewalt 

Zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 erschien die Serie »Alan Demore« in der Romantruhe. Der Autor war Frank Braun (damals noch Possmann) unter dem Pseudonym Benjamin Cook. Dann verschwand »Alan Demore« mit einigem hin und her von der Bildfläche. - Nun ziemlich genau zwei Jahre später, kündigt sich das Comeback der Serie an. Grund genug, den Autor einmal zu befragen...  

 

Zauberspiegel: Vor rund zwei Jahren verschwand die »Alan Demore«-Serie nach vier Bänden mit acht Romanen in der Versenkung. Jetzt kommt die Serie wieder. In Facebook war zu lesen, dass Du den 5. Band abgegeben hast. Warum taucht die ›oller Kamelle‹ wieder aus der Versenkung auf? Da hätte man doch was Neues machen können.
Frank Braun: »Olle Kamelle« trifft auf den Alten Demore zu, nicht auf den Neuen. In der Hinsicht ist die Serie »neu.
Aber ich brauchte die Zeit, um mir klar zu werden, was ich eigentlich wollte. Der Demore von vor zwei Jahren kotzte mich an, der war zu glatt, zu kalt, einfach nur lahm...auch wenns Leser gab, die da anderer Meinung sind.
Zwei Jahre sind ne lange Zeit, um nachzudenken. Als ich die alten Sachen noch mal durchgegangen bin, dachte ich: Nö, so läufts nicht weiter.
Außerdem war mir der Zeitdruck zu groß... wenn du etwas schreiben sollst, dass dich nicht mehr fesselt, wird schwer. Also musste eine andere Strategie her, eine andere Richtung, härter, mit mehr Sex, direkter.

Zauberspiegel: Was ist ›neu‹ »Alan Demore«. Setzt Du die Serie nicht da an, wo sie vor zwei Jahren aufgehört hat? Was kannst Du darüber sagen?
Frank Braun: Der neue Band schließt zwar an die alten Geschichten an, aber er nimmt direkt andere Pfade - sprich dieses ganze übertriebene Superman Gehabe ist nicht mehr so präsent - kein ewiges Dimensionsrumgehopse etc..

Zauberspiegel: Aber stilistisch tut sich was. Wie sieht das konkret aus, was Du härter und direkter nennst?
Frank Braun: Mehr Blut, mehr Gewalt, keine Umschreibungen mehr, mehr Sex. Ich finde , in der heutigen Zeit, ist das nichts Neues mehr, im Fernsehen laufen ja im Vorabendprogramm teilweise schlimmere Sachen, als sie in manchen Romanen formuliert werden. Ich wollte einfach weg von der Sinclair Schiene von diesem seichten Grusel. Ich wollte etwas schreiben, dass mich als Leser auch fesseln würde.

Zauberspiegel: Bekommen wir jetzt den ›Arentzen-Ableger‹?
Frank Braun
(lacht): Nein. Gunter und ich, wir schreiben auf völlig anderen Sphären, sag ich mal... Da gibts keine Gemeinsamkeiten was die Brutalität etc. betrifft. Ich bin ja ehr ein Fan der 70er Jahre Romane, Gunter ist da weitaus moderner.

Zauberspiegel: Was unterscheidet die ›Arentzen-Gewalt‹ von Deiner?
Frank Braun: Ich vermische beide Dinge - sprich - den Flair der alten Klassiker mit mehr Gewalt und Blut. Ich versuche das. Und da gehört auch Sex dazu. Ich beschreibe zwar keine Orgien, aber diverse Handlungen werden schon etwas ausführlicher beschrieben als gewohnt. Da wird sich Joachim Otto auch wundern, wenn er das neue Script gelesen hat.
Aber Gunters und meine Auffassung von Gewalt sind da verschieden.

Zauberspiegel: Der Abgang der Serie vor zwei Jahren war etwas seltsam. Du hast gefühlt zehnfach Deinen Rückzug vom Schreiben bzw. die Fortsetzung der Serie angekündigt. Was war denn da los? Und was gibt dem Leser die Sicherheit, dass Du diesmal länger durchhältst?
Frank Braun: Stimmt. Damals lief das alles nicht sonderlich gut ab. Dies lag an meiner Unsicherheit.
Du musst bedenken, dass ich quasi von heute auf morgen Romane veröffentlichen durfte, ich denke, dass ich seiner Zeit damit überfordert war. Das ganze Drumherum, der Zeitdruck, die Kritiken, halt alles was damit zusammen hing. Ich konnte gar nicht mehr auf mich selber achten. Erst diese zeitliche Distanz, gab mir die Möglichkeit, in mich reinzuhören, um zu erkennen, dass der Demore von damals nicht zu mir passte, nicht mehr, also musste ich etwas ändern. Ich hätte auch was anderes schreiben können, aber ich wusste, dass ich aus der Serie noch was rausholen kann, inwiefern dies bei den Lesern nun ankommt, bleibt abzuwarten.

Zauberspiegel: Und Joachim Otto, als Verleger, macht da so einfach mit?
Frank Braun: Joachim, ist und das kann ich ganz offen sagen, ein Fan meiner Storys, er war derjenige, der die ganze Zeit über zu mir gehalten hat, der immer wieder fragte, obs weitergeht

Zauberspiegel: Die  Serie setzt ja – wie Du sagst - thematisch da an, wo sie vor zwei Jahren aufgehört hat? Was kannst Du über die Entwicklung der Handlung schon verraten?
Frank Braun: Wieder so ein Thema für sich - bekanntlich ist Demore ja ein Erbe Camelots. Diese Thematik, der ganze Artus Komplex steht nun nicht mehr sooo im Vordergrund. Der fünfte Band ist eine abgeschlossene Story, da gehts um ein Geisterschiff und einen Megalodon.
Auch arbeitet Demore nun für die Polizei - sprich erhält von ihnen seine neuen Fälle. Wie gesagt, es hat sich viel geändert und dies betrifft auch die Veröffentlichungen.

Zauberspiegel: Welcher Erscheinungsrhythmus ist angepeilt?
Frank Braun: Ich bin vorsichtig mit Terminen - aber es ist angedacht die Serie ab Janauar 2011 zweimonatlich als Einzelroman erscheinen zu lassen - ich glaube die sind auch schon bei der Romantruhe gelistet. Die Bände werden 76 Seiten dick sein. Wir denken auch noch über andere Veröffentlichungs-Möglichkeiten nach, z.B. als eBook oder andere Medien.
 
Zauberspiegel: Umfassen diese Gedanken an andere Medien auch eine Umsetzung als Hörspiel im Rahmen von Romantruhe Audio?
Frank Braun: Dazu kann ich jetzt nur sagen - es ist angedacht. Mehr nicht.
 
Zauberspiegel: Würdest Du dann die Skripte – als Hörspielfan – selbst schreiben wollen?
Frank Braun: Wenn es dazu käme und ich betone käme, würde ich das schon wollen. Klar, ich bin großer Hörspielfan und könnte mir durchaus vorstellen Helmut Winkelmann oder Peter Niemeyer innerhalb des Demore-Kosmos zu erleben. Aber da gibt es viele tolle Hörspielscriptautoren, denen ich Demore anvertrauen würde.
 
Zauberspiegel: Wie willst Du den ›neuen‹ und den ›alten‹ »Alan Demore« stilistisch miteinander verbinden? Hast Du in dieser Hinsicht an Dir gearbeitet? Du weiß, ich nannte Dich immer ›Darks getreuen Schüler‹.
Frank Braun (lacht): Ich habe in der Tat an mir gearbeitet... Ich schrieb ja, dass ich von der Sinclair Schiene runter wollte und das ist mir gelungen, denke ich. Der Leser wird merken, dass sich Demore verändert hat. Er wird es zwischen und in den Zeilen lesen können.
 
Zauberspiegel: Dann bedanke ich mich für das Interview. Ich denke, wir wiederholen das mit dem Interview  dann zum Erscheinen von Band 5.
Frank Braun: Hat mich gefreut und sooo schlimm waren deine Fragen ja nicht
WinkLaughing
Alles Gute Horst!

Kommentare  

#1 Wolfgang Trubshaw 2010-11-10 18:22
:-) gute Sache

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