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Frischer Wind bei Zamorra - Neue Autoren für die Serie

GeistFrischer Wind bei Zamorra
Neue Autoren für die Serie

Seit einiger Zeit gibt es einen neuen Redakteur bei Professor Zamorra. Und dieser Uwe Voehl ändert einiges. So heißt es jetzt beispielsweise "Die langlebigste Horrorserie der Welt" im Untertitel. Die frühere Leserseite wurde außerdem zur "Mystery Times" mit komplett neuem Layout.

Doch damit nicht genug: es gibt auch neue Autoren! Einer davon heißt Stefan Hensch.

Stefan HenschStefan Hensch
Anfang 2018 gab es hier im Zauberspiegel einen Beitrag zu der neuen Horrorserie "Der Psioniker" um Jan Hannig und sein Team. Diese Serie erschien im Selbstverlag und Autor war ein gewisser Stefan Hensch. Über den Selfpublisher und seine Arbeit an der Serie gab es noch einen Werkstattbericht und außerdem stellte sich auch den Fragen des Zauberspiegels. Dabei outete er sich auch als Leser von Professor Zamorra. Er sagte damals lobend:

"Bei Professor Zamorra hat mich die extreme Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit beeindruckt, eben dass manchmal die Dinge völlig anders sind, als sie der Leser erwartet."

Aber auch mit Kritik hielt er nicht hinter den Berg:

"Bei Professor Zamorra scheint mir gelegentlich die „Integrität" der Serie zu zerfasern: Etwa dann, wenn Funktionen von Merlins Stern krass unterschiedlich beschrieben und dargestellt werden, oder wenn wie in einer Seifenoper plötzlich eine Legion „Nebendarsteller" sehr viel Raum eingeräumt wird, aber das Verhältnis zwischen Nicole und Zamorra kaum noch mit Leben gefüllt wird."

Die Raumflotte von Axarabor #58: Krieg um die KristalleSeit damals hat sich eine Menge getan. Inzwischen findet man bei amazon jede Menge Titel von Stefan Hensch. Allein bei der Edition Bärenklau hat er wohl ein Dutzend Titel zu der SF-Serie "Die Raumflotte von Axarabor" verfasst, die eine ferne Zukunft 10.000 Jahre nach den ersten Schritten der Menschheit ins All beschreibt. Die ersten ebooks waren:

Nr. 33 Jungernflug in das Grauen
Nr. 40 Der Krieg der Falken
Nr. 42 Befreier der Sklaven
Nr. 50 Das größte Übel

Einige der letzten ebooks sind:

97 Religion des Untergangs
100 Die absolute Leere (zusammen mit Wilfried A. Hary und Marten Munsonius)
101 Die Söhne der Freiheit
113 Der Agent mit den tausend Gesichtern

Hensch ist außerdem Autor der dystopischen Serie "Sezessionskrieg 2.0", die das Szenario eines Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten aufgreift. Ja und Krankenhausromane hat er auch geschrieben.

Zweimal Stefan Hensch bei Professor Zamorra

Sein erster Titel ist Zamorra 1177 "Bestien aus dem Subraum", der am 09.07. erschienen ist. Hensch selbst schreibt dazu auf seiner Homepage:

"Etwa 2015 konnte ich das Jucken in den Fingern wirklich nicht mehr ertragen. Ich wollte unbedingt auch einen Heftroman schreiben und es sollte unbedingt ein Professor Zamorra sein. Wenn man vorher vor allem Kurzgeschichten geschrieben hat, ist das natürlich schon eine Herausforderung. Es folgten Fingerübung auf Fingerübung. Dabei lernte ich unheimlich viel, bis dann irgendwann das Manuskript zu „Bestien aus dem Subraum" fertig war.
Das Heft erscheint nun am Dienstag, den 09.07.2019 als Band Nummer 1177 der Serie PROFESSOR ZAMORRA. Ich glaube, meine Gefühle dazu können nur Fans der Reihe und Autoren nachvollziehen. Hier und heute erfüllt sich für mich gerade ein echter Lebenstraum, anders kann ich es nicht ausdrücken. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Fans und Leser von PROFESSOR ZAMORRA meine Geschichte nicht völlig bescheuert, kindisch oder blöd finden. Selbstzweifel gehören wohl auch zum Schreiben wie die Tinte auf dem Papier…"

Soviel vom Autor. Werfen wir doch einfach selbst einmal einen Blick in den Roman.

Bestien aus dem SubraumBestien aus dem Subraum
Das Ehepaar Lawson wird beim Frühstücksfernserien auf einen Werbespot aufmerksam. Gesucht werden medial begabte Menschen und ausgelobt ein Preis von 250.000 Pfund. Sam Lawson, der jedes Mal schon vorher weiß, was seine Frau ihm zum Geburtstag schenkt und wann ihn jemand anflunkert, ruft kurz entschlossen an, rechnet aber nicht wirklich mit einem Rückruf.

Dann gibt es eine Blende hin zu chaotischen Wesen, die seit langer Zeit im Subraum gefangen sind. Eines dieser monströsen Schwarmwesen nimmt plötzlich eine neue Witterung auf.

Und wieder wird umgeblendet. Professor Zamorra hält in Berlin einen Vortrag für das Forum Hochtechnologie. Vor "Managern, Ingenieuren, Physikern und Politikern" spricht er über "Parapsychologie und deren Perspektiven zu Reisen durch Zeit und Raum". Ein älterer Mann stellt ihm dabei Fragen zu den Gefahren solcher Reisen und speziell zum Subraum. Eric Cartland, so der Name des Fragestellers, übergibt dem Prof noch schnell seine Visitenkarte, bevor dieser sich den Promis zuwenden muss.

Weiter geht es mit einem Forschungslabor irgendwo in der Eifel. Dort führt Doktor Cartland im Auftrage der Gray Corporation geheime Forschungen durch. Mit Hilfe großer Transformatoren stößt er in neue Bereiche des Elektromagnetismus vor.

Und wieder gibt es einen Schnitt. Professor Zamorra träumt daheim von einem Labor, in dem große Transformatoren arbeiten. Im Traum bricht das Inferno über die Wissenschaftler herein, monströse Kreaturen brechen durch ein Portal in das Labor und starten eine Hetzjagd auf die Menschen.

Schließlich hat auch Rupert Gray, der Chef der Gray Corporation seinen Auftritt. Er ist die treibende Kraft hinter den Subraumexperimenten. Der Unternehmer hat nämlich noch ein Geheimnis und weiß durchaus um die Gefahren, ja er möchte die Monster absichtlich befreien und auf die Menschheit loslassen.

Zamorra besucht das Labor und kann dort unter Einsatz von Merlins Stern gerade noch eine Katastrophe durch eingedrungene Bestien verhindern.

Als er mit Hilfe seiner Polizeikontakte die Schließung des Labors erreichen kann, atmet Zamorra schon auf. Zumal auch Doktor Cartland seine Mitarbeit an dem Projekt eingestellt hat. Doch beide haben die Rechnung ohne Rupert Gray gemacht. Dieser ist nicht nur Unternehmer, sondern gehört auch noch einer geheimen Loge an, die ihre eigenen Interessen verfolgt.

Der Teufel aus der FlascheDer Teufel aus der Flasche
Der zweite Streich von Stefan Hensch ließ nicht lange auf sich warten. Bereits Band 1179, erschienen am 06.08., stammt wieder aus seiner Feder. "Der Teufel aus der Flasche" nimmt das Thema Flaschengeist auf.

Es beginnt mit einem Rückblick in das Jahr 1983. Das Ehepaar Hoffa hat einen heftigen Ehestreit, weil er noch einmal ins Büro will. Auf der Fahrt verunglückt er und liegt danach im Koma.

Blende ins Chateau. Dort geht ein Anruf einer besorgten Mutter ein. Ihr nichtsnutziger Sohn ist überraschend zu viel Geld gekommen. Sie vermutet einen dämonischen Pakt.

Zurück ins Jahr 1983. Sheryl Hoffa macht sich heftige Vorwürfe und gibt sich selbst die Schuld für den Zustand ihres Mannes. Sie nimmt sich vor alles, aber auch wirklich alles zu tun, damit er wieder gesund wir 

Schnitt. Zurück zum Professor. Er spricht mit der Mutter von Max Schmitt. Der junge Mann hat sich schon früher ausgiebig für okkulte Dinge interessiert. Grund genug für Zamorra, ihn einmal persönlich unter die Lupe zu nehmen.

Und wieder zurück ins Jahr 1983. Sheryl Hoffa muss einsehen, dass die Ärzte ihren Mann praktisch aufgeben. Aus medizinischer Sicht hat das Gehirn irreparable Schäden erlitten. Schließlich erinnert sie sich an ihren Exfreund Earl Riker. Wenn noch jemand helfen kann, dann dieser zwielichtige Mann.

Max Schmitt trifft sich mit Nicole und Zamorra und erklärt seinen plötzlichen Reichtum mit einer Bitcoinstory. Nicole durchschaut allerdings seine Lüge und erkennt auch, dass er Kokain nimmt.

Zurück ins Jahr 1983. Sheryl Hoffa trifft sich mit Earl Riker, der einen schwunghaften Handel mit "Artefakten, Reliquien mit fragwürdigem Hintergrund und okkulten Materialien" betreibt. Sein Treiben hat nicht nur seinen Charakter verändert, sondern ihn auch Lebenskraft gekostet, so dass er wie ein Greis wirkt. Sie trägt ihm ihr Anliegen vor und lässt sich auch von seinen hohen Forderungen nicht abschrecken. Sie erwirbt schließlich ein Artefakt, wird aber eindringlich davor gewarnt, sein Potenzial voll auszuschöpfen.

Max Schmitt ist durch das Treffen mit Zamorra alarmiert. Er versucht mit allen Mitteln eine alte Ledertasche loszuwerden. Aber irgendwie kommt sie immer wieder zurück zu ihm.

Zamorra ist unterdessen zurück ins Schloss gekehrt. Doch erhält er nächtlichen Besuch von einer geisterhaften Erscheinung. Die Frau beschwört ihn: "Helfen Sie Brandon, meinem Mann.

Sheryl Hoffas Artefakt stellt sich als eine uralte Weinflasche heraus, die sie nur allein öffnen darf. Der Verkäufer hat sie nochmals eindringlich davor gewarnt, das Potenzial voll auszuschöpfen und sie dann mit den Worten : "Komme nie wieder hierher" fort geschickt. Als sie die Flasche zuhause öffnet entweicht blauer Dunst, der schließlich den Oberkörper einer Frau bildet. Die orientalische Schönheit entpuppt sich als Basima, eine Dschinn. Sie stellt Sheryl die Erfüllung dreier Wünsche in Aussicht, warnt sie aber, dass sie nach dem dritten Wunsch einen Preis bezahlen muss. Sheryl hat aber nur einen Wunsch, ihr Mann Brandon soll wieder vollständig gesund werden. Das Wunder geschieht denn auch prompt.

Inzwischen erfahren wir, dass Max Schmitts gegenwärtige Situation mit einem Pokergewinn auf einer länger zurückliegenden Party zu tun hat. Als sein Gegner kein Geld mehr verfügte, hatte er einen Gegenstand als Einsatz gesetzt. Es war eine ... Lampe.

Zurück ins Jahr 1984. Brandon Hoffa hat sich weitgehend von den schweren Unfallverletzungen erholt. Alles scheint in bester Ordnung. Da wird ein Fernsehbericht über die Wunderheilung der Familie zum Verhängnis. Ihre Tochter Sammy wird entführt und man verlangt hohes Lösegeld. Sheryl schreckt davor zurück die Polizei einzuschalten, stattdessen erinnert sie sich an den Dschinn.

Max Schmitt startet derweil einen neuen Versuch, seine Aktentasche los zu werden. Diesmal will er auf Nummer sicher gehen und packt das gute Stück in seinen Sportwagen. Anschließend fackelt er den Wagen samt Inhalt in einer verlassenen Gegend einfach ab. Doch als er mit einem Taxi nach Hause fährt, findet er im Flur die Tasche, unversehrt. Das ist zuviel für seine Nerven. Seine Mutter lässt ihn in die Psychiatrie einliefern und wendet sich erneut an Zamorra und Nicole.

Zurück ins Jahr 1984. Ein Streifenpolizist rettet Samantah Hoffa aus den Händen ihres Entführers. Obwohl dieser sie mit Handschellen an eine Werkbank gefesselt hatte, konnte sie sich befreien und bemerkbar machen. Ein Rätsel für alle Beteiligten.

Doch Familie Hoffa bleibt kaum Zeit aufzuatmen. Der Geschäftspartner von Brandon Hoffa räumt die gemeinsamen Konten leer und setzt sich ins Ausland ab. Angestiftet dazu hatten ihn übrigens Träume, in denen ihn eine orientalische Schönheit vor üblen Machenschaften seines Partners gewarnt hatte.

Max Schmitt verzweifelt derweil in der Klinik, weil er kein Kokain mehr bekommt.

Im Jahre 1984 spielt Brandon Hoffa derweil Russisch Roulette, weil seine Lage nach der Tat seines Partners aussichtslos erscheint. Im letzten Moment kommt seine Frau Sheryl dazu. Sie ist entschlossen ihren Mann zu retten, koste es, was es wolle. Sie braucht dringend Geld. Also hin zum Dschinn und den dritten Wunsch getan. Jetzt erfährt sie auch den Preis. Ihr bleiben noch dreizehn Tage, bis der Dschinn seinen Lohn einfordert. Am nächsten Tag bekommt sie einen Anruf von der Polizei. Ihre Mutter ist tot aufgefunden worden. Das Vermögen fällt an Sheryl. Ihr Mann Brandon besucht derweil Earl Riker und überzeugt ihn mit Waffengewalt, ihm zu verraten, wie man gegen den Dschinn vorgehen kann. Riker empfiehlt eine metallische Nadel von hinten in den Rücken zu stechen und dabei einen bestimmten Koranvers zu zitieren. Als der Zahltag naht, schicken die Hoffas ihre Tochter zu einer Freundin und erwarten den Dämonen. Doch der Plan misslingt. Sheryl Hoffa stirbt und mit ihrem Mann hat der Dschinn ganz eigene Pläne.

Auch Max Schmitt tätigt seinen letzten Wunsch, zu übermächtig ist die Sucht. Sein Dschinn sieht aus wie ein Mann mit auffälligen Narben. Mit Hilfe des Geistes gelingt die Flucht aus der Klinik. Jetzt bleiben ihm noch 13 Tage. Kann Zamorra ihn noch retten?

Meine Gedanken
Stefan Hensch ist mit zwei Titeln bereits im Zamorrauniversum angekommen. Sein rasanter Stil, die oldfashioned Art seiner Themen und die ganze Atmosphäre sind wie ein Ausflug in die guten alten Zeiten des Heftromans. Dabei ist er durchaus auf der Höhe der Zeit (Stichwort Bitcoin). Gibt es in "Die Bestien aus dem Subraum" noch kleine Ecken und Kanten (z.B. Zamorra und die deutsche Polizei), so wirkt "Der Teufel aus der Flasche" perfekt wie aus einem Guss. Wer die alten Hefte gerne gelesen hat, darf bei Stefan Hensch getrost zugreifen. In dieser Form ist er ein echter Gewinn für die "langlebigste Horrorserie der Welt".

 

 

Kommentare  

#1 Holger Kurz 2019-09-21 09:57
Beide Romane haben mir gut gefallen. Die Bestien aus dem Subraum sogar etwas besser. Gerne mehr Romane von Stefan
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#2 Martin B. 2019-09-21 17:49
Ich freue mich mit Stefan Hensch, der ja auch hier im ZS-Interview sehr nett rüberkam.
Was Stefan auf seiner Homepage zum Thema "Lebenstraum" schreibt, empfand ich damals mit meinem ersten "eigenen", professionell veröffentlichten Heftroman genauso. Es haut einem die Füße weg ... und gleichzeitig kommen die Selbstzweifel. Zumindest bei den Autoren, die ihre Geschichten nicht nur eine wie die andere runterhacken.
Sehr gut finde ich auch, dass Uwe Voehl den ZAMORRA betreut. Eindrücklich aufgefallen als Autor ist er (also Uwe, nicht der Prof) mir spätestens nach seinen HENKER-Romanen; die ich mir als Zaubermond-Hardcover nur wenige Jahrzehnte später nochmal gegönnt habe. Vielleicht gönnt er dem HENKER ja mal eine stimmungsvolle Wiederauferstehung im ZAMORRA? Für den Prof und die ZAMORRA-Autoren hoffe ich, das Uwe seine eigenen Anfänge nie vergisst und seine Kreativität und Professionalität künftig nicht nur bei COCO Z. auslebt, sondern - Kurs Band 2.000 - auch bei ZAMORRA.
Puh. Bisschen schwülstig. Aber von Herzen. War mir gerade einfach danach.
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