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Wie ein Leonard Hofstadter zu einer Penny kommt 3. Matthias Pöhm oder »Ficken für den Weltfrieden« - 3. 9.) Das erste Folge- Date

Wie ein Leonard Hofstadter zu einer Penny kommtWie ein Leonard Hofstadter zu einer Penny kommt
3. Matthias Pöhm oder »Ficken für den Weltfrieden«
3. 9.) Das erste Folge-Date

Bei meinem letzten Aufsatz habe ich mich Menschen gewidmet, die vorgeben, Vampire (bzw. Vampyre) zu sein. Das Thema dieser Abhandlung mag man deuten als „Vampire, die vorgeben, Menschen zu sein“.

Aber zäumen wir das Pferd mal von vorne an und fangen ganz langsam an:


„Es wird Nacht, Señorita,
und ich liege auf dir.
Wie du vielleicht schon bemerkt hast,
will ich gar nichts von Dir.“
(Otto Waalkes: „Es wird Nacht, Señorita“)


Für das erste Treffen nach dem Kennenlernen empfiehlt der Verfasser, die Lady so zu behandeln, als wäre man schon längst mit ihr befreundet. Als Lokalität sollte man möglichst etwas Originelles wählen, und „mindestens 30 bis 50 Minuten mit ihr verbracht haben“, bevor man versucht, sie zu sich nach Hause zu lotsen. Idealerweise plant der „Casanova“ die entsprechenden Stationen im Voraus, die einen „zufällig“ in die Nähe des eigenen Heims führen. Wichtig sind Orte mit Privatsphäre. So sollte man in einem Lokal nicht in der Nähe von Laufkundschaft sitzen (und besser neben der Dame, als ihr gegenüber).

Was die Pünktlichkeit anbelangt, ist es besser, selbst ein wenig zu spät zu kommen, als daß sie einen warten läßt. Sollte Letzteres doch einmal vorkommen, empfiehlt es sich, mit einem zufällig anwesenden anderen Mädel zu flirten, denn Eifersucht „macht Sie sehr attraktiv“.

Natürlich hat man als „Verführer“ das Ziel, nicht einfach nur mit der „Neuen“ um den Block zu ziehen. In der Mehrzahl der Fälle braucht das weibliche Geschlecht allerdings irgendeinen Vorwand, um sich von einem nach Hause einladen zu lassen. Der Verfasser mahnt: „Es ist wichtig, daß der Frauenflüsterer immer eine scheinbare Erklärung für den Verstand einer Frau liefern kann,“. Man soll sie also nicht mit dem F- Wort oder ganz ohne Ausrede aufs Zimmer locken wollen, sondern beispielsweise von der „romantischen Aussicht“ dort schwärmen, ihr eine da gelagerte Leckerei schmackhaft machen, oder sie verlocken, sich etwas hier Aufbewahrtes oder Aufgestelltes anzugucken. Der Klassiker ist natürlich die berühmte Briefmarkensammlung, die man ihr zeigen möchte. Dabei nutzt man einen „alten Verkäufer- Trick“, indem man mit einem Detail von dem Großen Ganzen ablenkt (Es geht ja nur um die interessanten Postwertzeichen, und nicht darum, mit einem Typen auf seine Bude zu gehen).

Auch würde es die Lady beruhigen, wenn man ihr gegenüber beteuert, daß man „gleich wieder zurück“ sei, bzw. indem man vorgibt, wenig Zeit zu haben, so daß man sie „nur kurz mal“ mit rein nimmt (a là: „Komm! Es dauert nur zehn Minuten.“): „Wenn sich die Dinge dann doch anders entwickeln, ist es in ihren (der Frauen) Augen ‚einfach passiert‘!“

Überhaupt käme es darauf an, nicht zu früh zu offensichtlich zu werden. Wörtlich schreibt Pöhm: „Sie (die Mädchen) dürfen sich selbst nicht aktiv dafür entschieden haben, (den Kerl aufs Zimmer zu begleiten, denn) das wäre ein Problem, denn dann könnte irgendjemand eventuell von ihr als ‚Schlampe‘ denken. Sie wollen, daß sie ‚ausgetrickst‘ werden, damit sie am Schluß vor sich und ihren Freundinnen sagen können: ‚Ich wollte eigentlich nicht, aber ich wurde ausgetrickst!‘“

Für jemanden, der von sich selbst behauptet, „immer Frauen geliebt“ zu haben, die „absolut faszinierende Geschöpfe“ seien, läßt Herr Pöhm aber auffallend viel Verachtung für das andere Geschlecht aus seinen Zeilen sprechen! Ich fühle mich unangenehm an das erinnert, was manche Vergewaltiger über Mädchen in sexy Outfits sagen…

Aber zurück zu den psychologischen Kniffen, einer Lady die Scheu zu nehmen, einem in die Wohnung zu folgen! So sei es dem Verfasser zufolge auch wichtig, auf dem Weg dorthin keine Gesprächspause aufkommen zu lassen, um ihrem Verstand keine Chance zu geben, argwöhnisch zu werden. Sollte das doch geschehen, rät er, sie im Stile von „Laß dich überraschen!“ zu beschwichtigen.

Man mag sich denken, daß das Liebesnest daheim entsprechend ausgestattet sein sollte: „Natürlich hat der Don Juan dann Prosecco, Baileys, Martini, Wein zuhause, damit sie dann gelockerter wird. Halten Sie immer eine CD/ I- Pod mit romantischer Musik bereit. Kerzen sind ebenfalls ein Muß“ Letztere sollte man entzünden, zunächst allerdings erst einmal das elektrische Licht anknipsen, „damit sie nicht gleich den Braten riecht“. Erst nach und nach sollte man zu der romantischeren Schummrigkeit übergehen.

Eine interessante Methode ist es, sie auf die Bude zu locken, indem man vorgibt, etwas Wichtiges vergessen zu haben (z. B. das Portemonnaie oder Eintrittskarten), und damit sie nicht draußen in der Kälte stehen muß, könne sie sich ja solange „die Wohnung ansehen“. Und während man dann noch „zufällig“ mal auf Toilette muß, mag sie das eine oder andere Möbelstück entdecken, das man just für diesen Zweck aufgestellt hat. So kann sie sich selbst überzeugen, daß hier „kein ‚Perverser‘“ wohnt, und ist später leichter zu bewegen, noch einmal hierher zurückzukehren.

Apropos „Pervers“: Pöhm meint: „Zwei Drittel aller Frauen sind bisexuell veranlagt und fallen um, ‚wenn sich die Gelegenheit ergibt‘“. Er beschreibt in diesem Kontext ein Szenario, in dem gezielt eine sexuell aufgeladene Atmosphäre geschaffen wurde, die schließlich auf sämtliche Anwesenden übergriff. Für den Fall, daß man sich gleich zwei Grazien ins Kämmerchen lockt, schreibt er: „Wenn man mit zwei Frauen einen Dreier haben will, muß man Anleitung geben. Frauen untereinander sind es von ihrer Rolle her nicht gewohnt, die Initiative zu ergreifen. Alleine trauen sie sich meistens nicht, aktiv zu werden, deswegen muß man ihnen sagen, was sie miteinander tun sollen.“

Keine Antwort hat Pöhm auf die Frage, wie man verhindert, daß die Damen schlecht von ihrem Verführer denken (Der Tip „Bleib[e] immer zuhause!“ ist natürlich purer Zynismus).

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