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Gespenster und die Wissenschaft - Imaginäre Freunde und Monster unter dem Bett

Gespenster und die WissenschaftImaginäre Freunde und Monster unter dem Bett

Es war das Jahr 2013, als ich damit begann, ein Projekt in Angriff zu nehmen, von dem ich noch nicht absehen konnte, wie ambitioniert es letzten Endes sein würde. Hinzu kam, daß für den größten Teil des Jahres 2014 keine Möglichkeit bestand, während meiner Arbeit einen Computer zu benutzen, so daß letzten Endes neun ganze Notizbücher voller Material zusammengekommen sind. Bis auf den heutigen Tag ist es mir vielleicht gerade mal gelungen, anderthalb davon auf Festplatte umzutippen, und es sieht nicht so aus, als würde sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern.

2016 immerhin gelang es mir, einen Auszug zu einem Vortrag zusammenzufassen, den ich 2016 und 2018 gehalten habe. Manfred Roth war so freundlich gewesen, ihn in gedruckter Form verfügbar zu machen, doch handelte es sich dabei lediglich um das Skript zum Vortrag, aber keinen Aufsatz im eigentlichen Sinne. Das hole ich nach freundlichem Zureden Horst von Allwördens an dieser Stelle nach.

Gespenster und die WissenschaftImaginäre Freunde und Monster unter dem Bett
Die Pareidolie läßt uns schon mal Gesichter in Autos erkennen, aber es gibt auch Leute, die ihren PKW Namen geben. Die Fernseher schlagen, wenn sie nicht funktionieren, oder mit einem Poster knutschen (oder mit Puppen zum Aufblasen). Der Mensch hat keine Probleme damit, Gegenstände zu behandeln, als hätten sie eine Seele.

Etwas Ähnliches passiert auch, wenn Kinder spielen. In der Regel wissen sie allerdings, daß sie nur „so tun als ob“. Das gilt auch für unsichtbare Leute, die Matchbox- Autos fahren, oder UFO‘s, die einen auf freiem Feld angreifen, daß man sich auf den Boden werfen muß.

Manchmal gibt es aber auch die sogenannten imaginären Freunde, insbesondere in der so-genannten „mystischen Phase“ bis zum siebten Lebensjahr, wo die Grenze zwischen Realität und Einbildung durchlässig ist. Imaginäre Freunde haben meist das selbe Geschlecht wie das Kind, können aber auch Tiere, Märchenfiguren oder sogar belebte Gegenstände sein. Die Neigung zu solchen Phantasiegefährten steigt, wenn man Belastungen ausgesetzt ist, die mit einem Kameraden besser zu ertragen sind.

Es gibt das Beispiel einer „Sarah“, die ab dem vierzehnten Lebensjahr immer wieder einen fremden Jungen zu sehen glaubte – mal für Sekundenbruchteile, mal als Reflexion – bis er ihr regelrecht vertraut war. Manchmal spürte sie auch seine Berührung. Mit Achtzehn dann lernte sie einen Kerl kennen, auf den die Beschreibung des „Traumprinzen“ genau paßte – Doch statt sich als solcher erkennen zu geben, erschreckte ihn, was sie erzählte, und er suchte schleunigst das Weite.

Geisterhafte Begleiter treten im Alter wieder etwas gehäufter auf, wenn ein geliebter Le-benspartner gestorben ist. Hier geht es nicht um Beistand, sondern um den Verlust einer Per-son, die lange Teil des eigenen Lebens gewesen ist (und ohne die man sich nicht als „voll-ständig“ empfindet). Da die Begegnung meist erschreckt, dürfte Sehnsucht aber nicht an ers-ter Stelle der zugrunde liegenden Emotionen stehen. Im alten Athen gab es sogar ein Verbot allzu großer Trauer, um niemanden aus dem Jenseits zurück zu locken.

Das Gegenstück zu den „imaginären Freunden“ sind die berüchtigten „Monster unter dem Bett“. Ihr Erscheinungsbild ist ähnlich mannigfaltig (Ja, es kann auch ein Teddybär sein!). Sie lauern gerne im Schatten oder in der Dunkelheit, etwa im halb geöffneten Schrank. Nicht selten ist ihr Auftreten verknüpft mit gruseligen Geräuschen unbekannten Ursprungs und/ oder dem Spüren, daß jemand Unheimliches präsent ist. Hier verbindet sich das Gefühl einer Bedrohung, das schon eine Folge der Finsternis sein kann, mit unvollständig wahrgenomme-nen Silhouetten, denen mittels Pareidolie eine Gestalt gegeben wird.

Auch sie lassen sich vor allem dann blicken, wenn das Kleine unter emotionalem Streß steht, und Zuwendung kann sie vertreiben (und auch Lampenlicht). Ohnehin verschwinden die Phantome in der Regel mit der Pubertät. In der Regel!

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-06-13 11:56
Zitat:
Geisterhafte Begleiter treten im Alter wieder etwas gehäufter auf, wenn ein geliebter Le-benspartner gestorben ist.
Imaginäre Spielkameraden hatte ich als Youngster nie - aber ich habe auch so einiges erlebt, was mich manchmal nicht schlafen liess.

Als mein Vater starb, (ich war 10 Jahre alt) "erschien" mir sein Gesicht etwas später nächtens an der Decke meines Schlafzimmers.

Mit zumehmendem Alter (so ab 40 Jahre) ging es dann weiter. So konnte ich in meiner früheren Wohnung eine durchsichtige Gestalt ausmachen, die durch mein Wonzimmers lief und einfach so in der Wand verschwand.

Das letzte, wirklich unheimliche Erlebnis hatte ich vor 17 Jahren. In unserem Tanzschuppen lernte ich eine Frau kennen, die an einem Hirntumor litt. Wir tauschten unsere Adressen(samt Telefon, versteht sich) aus. Sie rief dann auch des öfteren an, um ein Treffen auszumachen, aber irgendwie war ich zu feige - und erfand immer wieder Ausreden.

Irgendwann wachte ich nächtens auf und sah eine dunkle Kaputzengestalt an meinem Bettende. Die stand einfach nur da, und das ging so tatsächlich ein paar Nächte. Als ich dann irgendwann mit meiner jetzigen Frau wieder in diesem Tanzschuppen war, sprach mich die Freundin oben genannter Frau an und teilte mir mit, dass diese an ihrem Tumor gestorben sei.

Ich war fassungslos und als meine Frau nachhakte, erzählte ich ihr davon. Merkwürdiger Weise kam ich mir danach irgendwie "befreit" vor - und, man mag es kaum glauben, die Kaputzengestalt habe ich nie wieder gesehen,

Ich weiss jetzt nicht, ob das alles nur Einbildung war, aber diese Geschichte hat mich dazu gebracht, künftig etwas emphatischer durchs Leben zu gehen.
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#2 R. Windeler 2019-06-13 20:05
Meinst du tatsächlich emphatisch oder doch eher empathisch ?
Ein weiteres Beispiel dafür, dass die hier so häufig diskreditierte Beachtung der Rechtschreibung schon ihre Bedeutung hat, wenn man Missverständnisse vermeiden will.
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#3 Friedhelm 2019-06-13 21:42
Uuups - nee ich meine dann doch eher empathisch (wie mitfühlend...). Das kommt davon, wenn man zwischen zwei aushäusigen Terminen schnell mal etwas textet. Gut möglich, dass du noch mehr Fehler findest (kannste dann behalten - um es einmal abgedroschen zu formulieren..) Ansonsten bin ich mir ziemlich sicher, dass ich fit in der Rechtschreibung bin. Hätte deinen Kommentar um diese Zeit gar nicht lesen sollen, weil ich gerade richtig schlecht gelaunt bin (der Grund tut hier nichts zur Sache..). Belehrende Zeigefinger kann ich in diesem Zustand "besonders gut ab" - was allerdings nicht heissen soll, dass ich dir in Hinsicht auf die Regeln vernünftiger Rechtschreibung nicht zustimmen würde.. ;-) :-* :cry:
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#4 Laurin 2019-06-14 00:41
Ich geh gerade mal jede Wette ein, das jeder wusste, was Friedhelm meinte, auch wenn er da einen Fehler gemacht hat.
Also Schwamm drüber und den erhobenen Zeigefinger der Belehrung wieder einziehen ... Danke. :-*
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#5 R. Windeler 2019-06-14 07:01
Es ist sicher nicht mein Problem, wenn jemand in meinem Beitrag glaubt, einen erhobenen Zeigefinger der Belehrung zu finden.
Einfach noch einmal genau lesen - dann verschwindet dieses Trugbild.
(Es ist bemerkenswert, welche Reaktionen der Hinweis auf Rechtschreibfehler immer wieder auslöst.)
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#6 Friedhelm 2019-06-14 09:56
so, nachdem ich die Nacht richtig gut geschlafen habe - und nun außerdem wieder besserer Laune bin:

Zitat:
Meinst du tatsächlich emphatisch oder doch eher empathisch ? Ein weiteres Beispiel dafür, dass die hier so häufig diskreditierte Beachtung der Rechtschreibung schon ihre Bedeutung hat, wenn man Missverständnisse vermeiden will.
Der HInweis auf einen Fehler (hier die REchtschreibung) ist eigentlich immer belehrend. Daran ist eigentlich nichts auszusetzen - der Adressat soll schlussendlich die Lehre daraus ziehen..künftig besser auf auf sein Geschreibsel zu achten..(er/sie wird also belehrt..)
Ich kann das heute auch besser reflektieren, weil mein Hirn gerade frei von Übellaunigkeit ist. Der "kleine" Unterschied in der Bedeutung wäre mir höchstwahrscheinlich eh "beim nächsten Durchgang" aufgefallen.

Zitat:
Es ist sicher nicht mein Problem, wenn jemand in meinem Beitrag glaubt, einen erhobenen Zeigefinger der Belehrung zu finden. Einfach noch einmal genau lesen - dann verschwindet dieses Trugbild. (Es ist bemerkenswert, welche Reaktionen der Hinweis auf Rechtschreibfehler immer wieder auslöst.)
Ich könnte nun erwidern: In diesem Kommentar schwingt ein bisserl die "beleidigte Leberwurst" mit.
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#7 R. Windeler 2019-06-14 19:33
Größtenteils überflüssige Kommentare.
Entweder wortlos hinnehmen oder ein kurzes „Dankeschön fürs Aufpassen“ (nicht: Belehren), und gut wäre es gewesen.
Aber beim Thema Rechtschreibung gewinnen seltsamerweise immer wieder ganz andere Reflexe die Oberhand. Warum in diesem Bereich Fehlerbehebung bzw. –vermeidung einen schlechten Ruf hat, ist völlig unverständlich.
(Über das, was in meine Anmerkungen hineininterpretiert wird, kann ich nur schmunzeln.)
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#8 Friedhelm 2019-06-14 20:30
@R. Windeler: so langsam kommt bei mir die schlechte Laune wieder hoch. Was deinen Kommentar betrifft - der lässt sich sehr wohl in eine andere Richtung interpretieren. Und -zum Geyer- ich habe ja nichts gegen eine Belehrung, wenn sie weiterhilft - das kann man meinen Kommentaren, glaube ich, sehr gut entnehmen.
Ebenso kam von mir die Einlassung, dass ich dir ja durchaus zustimme. Dass eine vernünftige Rechtschreibung das Maß aller Dinge ist, darüber müssen wir ja wohl nicht diskutieren, gelle? Ja, wat denn noch....???

Aber, ganz ehrlich, was mir wirklich sauer aufstößt, das sind solche Texte:
Zitat:
Größtenteils überflüssige Kommentare. Entweder wortlos hinnehmen oder ein kurzes „Dankeschön fürs Aufpassen“ (nicht: Belehren), und gut wäre es gewesen.
Schon recht arrogant, gelle? Oder hast du jetzt den Anspruch auf nen "Meistertitel"?

Wir sollten es jetzt auch gut sein lassen, all die Weil ich hier keine unnötige Bandwurm-Diskussion provozieren möchte.

Wünsche einfach mal ein gutes Wochenende...
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#9 Laurin 2019-06-14 20:43
Zitat R. Windeler:
"Größtenteils überflüssige Kommentare."
Stimme ich mal voll zu. Und angefangen hat das mit eben Post #2 von R. Windeler.
Ich finde mal ehrlich, das man so etwas locker privat regeln kann, denn es gibt hier durchaus die Möglichkeit eine Privatnachricht zu senden. Ein Hinweis hierauf in Form von "Friedhelm, du hast Post" hätte als Kommentar völlig ausgereicht und hätte auch von etwas Respekt auch gegenüber dem Autor des hier veröffentlichten Artikels gezeugt.
Diese "Herr Lehrer, ich habe wieder was gefunden" Spielchen im offenen Kommentarbereich finde ich langsam wirklich zum kotzen.
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#10 R. Windeler 2019-06-14 20:53
Wenn mich jemand korrigiert und zwar zu Recht, dann sage ich entweder nichts dazu (weil ich mich nicht über denjenigen, der korrigiert, sondern über mich selbst ärgere) oder ich bedanke mich für die Korrektur (weil ich froh bin, dass jemand meinen Fehler bemerkt hat und ich ihn beheben kann).
Das sind – aus meiner Sicht – die einzigen angemessenen Reaktionen. Das hat nichts mit Arroganz oder einem „Meistertitel“ (was soll das, dass du einen solchen Begriff in die Diskussion wirfst?) zu tun, sondern entspricht meinem Verständnis von vernünftigem Umgang miteinander.
Aber wie gesagt: Nachzulesen sind hier hauptsächlich reflexhafte, aber unreflektierte Reaktionen.
Außerdem: In meinem ersten Beitrag habe ich noch nicht einmal korrigiert (gerade weil ich diese Reaktionen vermeiden wollte), sondern eine – zugegebenermaßen rhetorische – Frage gestellt, verbunden mit einer allgemeinen Feststellung, ohne jegliche persönliche Kritik, ohne irgendeinen Angriff auf irgendjemanden, ohne irgendwelche Unterstellungen. Die kamen dann natürlich prompt in den Kommentaren.
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#11 Friedhelm 2019-06-14 23:39
Au Mann, jetzt muss ich doch nochmal..

@R.Windeler: also, wie du vielleicht meinen Kommentaren entnehmen konntest, ging es mir gar nicht so sehr um deinen Hinweis auf den Fehler. Das fand ich tatsächlich noch ok, weil ich mich ja wirklich vertan habe. ( wie bereits erwähnt:schnell mal zwischen zwei aushäusigen Terminen..usw..usw..) Wäre es nur dabei geblieben, dann hätte ich mir gedacht:" Japp, dat stimmt...., korrigiere ich dann." Diese Hilfestellung brauchte es eigentlich eh nicht, weil mir der Fehler garantiert später doch noch aufgefallen wäre.. (Okay, konnste ja nicht wissen...)

Das folgende war dann allerdings nicht mehr von Nöten:
Zitat:
Ein weiteres Beispiel dafür, dass die hier so häufig diskreditierte Beachtung der Rechtschreibung schon ihre Bedeutung hat, wenn man Missverständnisse vermeiden will.
oder...
Zitat:
Entweder wortlos hinnehmen oder ein kurzes „Dankeschön fürs Aufpassen“ (nicht: Belehren), und gut wäre es gewesen.
Also, Freund, ich weiss ja nicht, was du dir sonst so denkst, aber der überflüssige Rest kommt wirklich unfreundlich rüber - wirkt außerdem wie der Text eines genervten Oberlehrers, der nur sein eigenes Wort gelten lässt.

Jetzt lasst uns aber endlich entspannt die Friedenspfeife rauchen. Irgendwie sehe ich jetzt keinen Grund mehr dafür, sich gegenseitig zu "beharken". In dieser Hinsicht bin ich eher bei Laurin (mit seinem Hinweis auf die Privatnachricht..),
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