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Europas Gruselserie: Schauplätze des Schreckens (4) Real, fiktiv und tot - 3 Paare im Schloss des Grauens

Europas Gruselserie: Schauplätze des SchreckensSchauplätze des Schreckens (4)
 Real, fiktiv, tot - 3 Paare im Schloss des Grauens

Die 18teilige Gruselserie von H.G. Francis lieferte so manchen Schauplatz. Sei es Schloss Düsternbrunn oder die Insel der Vampire, die Transsilvanien vorgelagert ist. Alles fiktiv? Mitnichten! Es gab auch Orte, die es wirklich gibt. Doch der Reihe nach. Ich wage eine Reise an die Originalschauplätze der Hörspielserie. Jedenfalls soweit es sie gibt. Und ich wage eine Einordnung in die fiktiven Orte. Folgt mir in die Länder der Schrecken.

Die Serie wurde 1981 veröffentlicht und brachte es bis 1982 auf 18 Folgen, wobei einige wenige Folgen Neuauflagen älterer Einzelprodukte waren. Die 15. Folge lieferte nur die Musik, also den Soundtrack der Serie. 1999 gab es eine Neuauflage auch auf CD, wobei die Folge 15 durch ein weiteres älteres Einzelhörspiel aus den 70er-Jahren ersetzt wurde. 1987/88 gab es zwischenzeitlich eine 10teilige Neuauflage bestimmter Folgen.

Das Schloss des GrauensAuch dieses gruselige Altzeit-Hörspiel ist bereits in den Siebziger Jahren als Einzelhörspiel bei EUROPA erschienen. Überraschenderweise wurde es bei der Wiederveröffentlichung in der Gruselserie 1981 geschnitten. Der Schluss fehlt zum Teil und somit auch die augenzwinkernde Szene, die dem Hörspiel in den Siebziger Jahren wohl etwas den Schrecken nehmen wollte und etwas Hui Bui-Flair versprühte. Zum Glück ist diese Szene in der Neuauflage der Gruselserie von 1999 wieder dabei. 1976 hieß das Hörspiel allerdings noch „Das Gespenst vom Schlosshotel“.

Das Cover war das gleiche wie es auch 1981 und 1999 angewandt wurde. Man hat es nur dem Gewand der sogenannten Neon-Gruselserie angepasst. Dadurch gehen einige Details des Bildes verloren. Interessanterweise ist das Cover eine Teil-Kopie eines Monstrula-Romans. Erstaunlich ist das nicht, wenn man weiß, dass der Cover-Zeichner derselbe war. Dieser hieß van Vindt und sein Signum ziert das Monstrula (Band 3) Cover ebenso wie das der EUROPA-Einzelausgabe von 1976

Wo liegt das düstere Hotel?
Das Hotel in dem Ulla (Reinhild Schneider) und Benno (Andreas von der Meden) um Einlass bitten liegt irgendwo auf ihrem Weg. Wo weiß niemand. H.G. Franciskowsky blieb in dieser Serie wie oft nebulös bis vage was die Orte seiner Handlungen anbetrifft. Bei einigen Ausnahmen nur war er sehr präzise. Aber das Schloss liegt wohl im deutschsprachigen Raum. Denn der Hotelier heißt Wagner und Benno und Ulla sind ebenso dem deutschen Sprachraum zuzuordnen wie Frau Benthin (Marianne Kehlau), die hier allerdings das zeitliche segnen muss.

Klappentext
In stürmischer Nacht finden Benno und Ulla endlich Unterkunft in einem alten Schloss. Der gnomenhafte Hausdiener ist ihnen unheimlich. Ein ruheloser Geist verbreitet Angst und Schrecken! Wer ist für den grausigen Tod der Schloss-Gäste verantwortlich? Werden Benno und Ulla die nächsten Opfer sein? (1)

Sprecher: Ein Paar, ein Ehepaar, ein totes Paar
Das Hörspiel besteht aus sechs Personen und einem Polizisten. Der Polizist spielt keine große Rolle. Es gibt drei Paare. Ulf und Ulla kommen als Paar (vermutlich auf einer Liebesreise) am Schloss des Grauens vorbei. Und Wagner, der von Ernst von Klipstein gesprochen wird, war im wahren Leben mit Marianne Kehlau liiert, die Frau Benthin spielt.

Das dritte Pärchen ist leider tot. Von Linda hört man nur, dass sie irgendwann mal eingemauert wurde. Und Georg, der Geist sucht verzweifelt seit Jahrhunderten nach der Geliebten.

Das Schloss des GrauensNeuauflage
Die Neuauflage dieses Hörspiels erfuhr zumindest musikalisch nie eine große Veränderung. Das lag sicher an den fehlenden Bohn-Stücken und der damit verbunden Rechtsfreiheit der Stücke auf dem Tonträger. Lediglich die Titelmusik wurde in den neuen Versionen immer angepasst. Gleiches ist bei Folge 1 und 2 der Fall. Das macht diese Folgen weit unberührter als Folge 3, die mehrere Eingriffe ins musikalische Original ertragen musste. Auch 1988 wo eine besonders peitschende Musik in der zehnteiligen Neuauflage der Reihe „Grusel“ eingesetzt wurde. Ab Folge 5 wurden dann wieder musikalische Erneuerungen vorgenommen. In jeder Folge bis zur Nr. 15 bzw. 16. Ab dann wird es wieder nur (oder fast nur) die Titelmusik, die verändert wurde.

Die Musik des Hörspiels ist im Übrigen wie schon bei Folge 1 „Frankensteins Sohn…“ ziemlich einzigartig und wohl nur für dieses Hörspiel gemacht.

Ohne Erzähler
Zusammen mit Folge 1 kommt dieses Hörspiel ohne Erzähler aus. Die beiden Folgen sind damit die Ausnahmen innerhalb der Reihe (neben der Nessie-Folge, die erst 2000 in die Reihe eingefügt wurde). Auch was die Musik angeht ist Folge 4 eine der Ausnahmen. Die wurde für diese Produktion wohl sperziell gemacht.

Sprecher:
Ulla – Reinhild Schneider

Benno – Andreas von der Meden
Wagner – Ernst von Klipstein
Frau Bentien – Marianne Kehlau
Georg – Peter Kirchberger
Polizist – Jochen Serndt

Auflagen:

  • 1976 Das Gespenst vom Schlosshotel (Einzelhörspiel)
  • 1981 Das Schloss des Grauens (Gruselserie – Folge 4)
  • 1999 Das Schloss des Grauens (Gruselserie – Folge 4, RDK-Version)

(1) = Klappentext

Bisher außerdem ershienen:
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Kommentare  

#1 Thomas Münzer 2018-03-30 23:05
Der gute Ernst von Klipstein schreibt sich mit einem "p". ;)

Harantor sagt danke und hat es korrigiert
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